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Gedenkbuch

Jordan, Levi

Der Kaufmann Levi Jordan kam am 21. Juli 1859 als Sohn von Bernhard Jordan (1822-1907) und seiner Frau Elise Jordan (1827-1897), geborene Lipper, in Hüsten zur Welt. Er hatte mit Bendix (1857-1939) einen älteren Bruder. Es folgten die jüngeren Geschwister Helene (1861-1943), Bertha (1862-1938), Julius Isaac (1865-1942) und Sophie (1871-1960).

Levi Jordan wohnte mit seiner Familie in Arnsberg-Hüsten auf der Marktstraße 7. Das Elternhaus diente als Wohn- und Geschäftsräume. Ein Anbau des Hauses der Familie wurde als Synagoge genutzt, die später in den Besitz der Stadt überging. Über die Jahre hinweg wurden verschiedene Baumaßnahmen an der Synagoge durchgeführt, die 1903 schließlich abgerissen werden musste. Levi Jordan beauftragte einen Bauunternehmer, der einen Neubau der Synagoge erwirken konnte, die daraufhin im Garten von Levi Jordan errichtet wurde. 

Am 27. August 1895 heiratete Levi Jordan die 1862 geborene Leontine Frankenstein. Die Eheleute lebten gemeinsam in Hüsten und bekamen mit Paul (1898-1981) und Hans (1899-1993) zwei Söhne. Levi Jordan war um 1900 Vorsitzender der jüdischen Gemeinde. Seine Frau Florentine wurde 1906 in den Vorstand des Vaterländischen Frauenvereins gewählt. 

 1926 verstarb Levis Frau Florentine im Alter von 62 Jahren. Der verwitwete Levi Jordan lebte weiterhin in Hüsten, wo zwei Jahre nach dem Tod seiner Frau sein erstes Enkelkind Gert Leon (geboren 1928) geboren wurde. 1931 betrieb Levi Jordan ein Kaufhaus.

1936 zog Levi Jordan mit seinem ältesten Sohn Paul, seiner Schwiegertochter Anny (geborene Eckstein) und seinem Enkelkind Gert Leon nach Düsseldorf in eine Wohnung auf der Bismarckstraße 79, wo ihr Einzug für den 29. Dezember 1936 vermerkt wurde. Das Wohn- und Geschäftshaus in Hüsten wurde zuvor an den Kaufmann Albers verkauft.

In Düsseldorf kam 1937 Levi Jordans zweites Enkelkind Peter zur Welt. Während der Novemberpogrome 1938 wurde die Wohnung der Familie zerstört und Levi Jordans Sohn Paul, dessen Frau Anny sowie die zwei Enkelkinder Gert Leon und Peter emigrierten im Januar 1939 nach Chile, während der 80-jährige Levi Jordan in Düsseldorf blieb.

Auch dem jüngeren Sohn Hans Jordan gelang mit seiner Familie die Emigration über Großbritannien nach Chile und 1940 die Weiterreise in die USA. 

Im Dezember 1941 zog Levi Jordan in die Friedrichstraße 24. Am 21. Juli 1942 wurde Levi Jordan von Düsseldorf aus in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Hier verstarb er am 25. August 1942 im Gebäude L415, Zimmer 15 an den Folgen einer Lungenentzündung.

Levis Schwester Helene und sein Bruder Julius Isaac wurden ebenfalls in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo beide verstarben. Levis Schwester Sophie gelang die Emigration. Sie verstarb 1960 in Chile. 

Autorin: Frederike Krenz, Förderkreis der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf