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Gedenkbuch

Sostheim, Erna

geb. Sostheim

Erna Sostheim wurde am 16. Juli 1894 in Lingen an der Ems geboren. Sie war die Tochter von Salomon und Helene Sostheim, geborene Rosengarten. Ernas Vater stammte aus Peckelsheim, ihre Mutter aus Herbede bei Witten. Erna hatte noch einen zwei Jahre jüngeren Bruder, Erich Sostheim.

Erna zog mit ihrer Familie im Alter von sechs Jahren von Lingen nach Münster. Dort lebten sie zunächst in der Ludgeristraße 6, später in der Hammer Straße 15. Am 3. Januar 1922 heiratete Erna Sostheim in Münster den Kaufmann Ernst Sostheim und zog zu ihm nach Düsseldorf. Hier lebten auch die Eltern und Geschwister ihres Mannes, und die Familie traf sich oft zum gemeinsamen Essen oder Freizeitaktivitäten.

Erna Sostheim wohnte mit ihrem Mann in der Fischerstraße 32. Am 23. Juli 1923 kam Sohn Gert in Düsseldorf zur Welt, drei Jahre später, am 26. Februar 1926, der Sohn Heinz. Mittlerweile wohnte auch ihre Schwiegermutter Ida Sostheim bei ihnen in Düsseldorf. Sie war einige Jahre nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1907 in Neuss nach Düsseldorf gezogen.

Am 10. November 1938 wurde im Zuge der Pogromnacht die Wohnung der Familie Sostheim völlig verwüstet und ihr Mann Ernst Sostheim inhaftiert. Am 16. November 1938 wurde er aus dem Düsseldorfer Polizeigefängnis in das Konzentrationslager Dachau überführt und dort bis zum 6. Dezember 1938 festgehalten. Ihren Sohn Gert konnten sie am 14. Februar 1939 auf einen Kindertransport nach England geben, Heinz musste bei ihnen in Düsseldorf bleiben.

Am 27. Oktober 1941 wurden Erna, Ernst und Heinz Sostheim ins Ghetto Łódź/Litzmannstadt deportiert. Dort mussten sie mit anderen Personen in das Zimmer 10 der Kollektivunterkunft Fischstraße 15 einziehen. Im Ghetto von Litzmannstadt/Łódź wurde Erna Sostheim zusammen mit ihrem Mann Ernst Sostheim und ihrem Sohn Heinz am 10. Mai 1942 mit dem VII. Transport in das Vernichtungslager Chełmno gebracht und ermordet.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf