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Gedenkbuch

Sostheim, Heinz

Heinz Sostheim wurde am 26. März 1926 in Düsseldorf geboren. Seine Eltern, der Kaufmann Ernst Sostheim ( geboren 1890 in Neuss) und Erna Sostheim ( geboren 1894 in Lingen, Ems) hatten 1922 in Münster geheiratet. Heinz Bruder Gert war 1923 zur Welt gekommen.

Die Familie Sostheim wohnte in Düsseldorf in der Fischerstraße. Sie führten ein gutbürgerliches Leben, ein Auto war vorhanden, und am Wochenende unternahm man Ausflüge in die nähere Umgebung oder traf sich mit der Familie. In der Pogromnacht 1938 wurde sein Vater Ernst Sostheim verhaftet und bis zum 16. November 1938 im Polizeigefängnis von Düsseldorf festgehalten. Von dort wurde er in das Konzentrationslager Dachau gebracht und am 17. November mit der Häftlingsnummer 27988 inhaftiert. Nach seiner Entlassung am 6. Dezember 1938 kehrte sein Vater zu ihnen nach Düsseldorf zurück. Die Erfahrungen der Pogromnacht bewogen seine Eltern dazu 1939 den 16 Jahre alten Bruder Gert mit einem Kindertransport nach England schicken. Heinz blieb bei seinen Eltern in Düsseldorf.

Heinz Sostheim besuchte 1940 die jüdische Schule in Düsseldorf. Er war 15 Jahre alt, als er mit seinen Eltern am 27. Oktober 1941 von Düsseldorf in das Ghetto von Litzmannstadt/Łódź deportiert wurde. Dort wurde er mit weiteren Deportierten in das Zimmer 10 der Kollektivunterkunft Fischstraße 15 eingewiesen. Im Ghetto arbeitete er als Schreiner. In der Quelle Evidenzbuch ist für ihn als Geburtsjahr 1921 eingetragen, vermutlich versuchte Heinz Sostheim durch die Änderung seines Geburtsjahres seine Überlebenschancen im Ghetto zu verbessern. Obwohl er vom II. Transport am 5. Mai 1942 zurückgestellt wurde, bekam er seit dem 7. Mai 1942 keine Lebensmittelrationen mehr zugeteilt. Heinz Sostheim wurde zusammen mit seinen Eltern am 10. Mai 1942 mit dem VII. Transport aus dem Ghetto von Litzmannstadt/Łódź ins Vernichtungslager Chełmno gebracht und ermordet.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf