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Gedenkbuch

Ruhr, Max

Am 2. August 1896 wurde Max Ruhr in Glehn, einem Stadtteil von Korschenbroich im Landkreis Neuss, geboren. Seine Eltern waren Heinrich und Rosa Ruhr, geborene Ullmann. Max hatte noch einen ein Jahr jüngeren Bruder namens Alfred Ruhr.

Max Ruhr zog im Alter von 14 Jahren am 27. April 1911 nach Düsseldorf in die Bilker Straße 25. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Soldat und wurde mit dem Eisernen Kreuz und dem Verwundetenabzeichen in Schwarz ausgezeichnet. Das Abzeichen wurde den im Dienste des Vaterlandes Verwundeten und infolgedessen dienstunfähigen Soldaten als besondere Anerkennung verliehen. Infolge seiner Verwundung erhielt Max Ruhr monatlich eine 60-prozentige Kriegsversehrten-Rente in Höhe von 58,50 RM. Nach dem Krieg wohnte er in Düsseldorf in der Gerresheimer Straße 13. Seine verwitwete Mutter wohnte in Düsseldorf in der Ackerstraße 114. Am 26. September 1922 verstarb seine Mutter in Düsseldorf und wurde auf dem neuen jüdischen Friedhof begraben.

Max Ruhr heiratete am 23. Dezember 1923 Karola Keyzer aus Düsseldorf. Ihre Ehe blieb kinderlos. Max Ruhr arbeitete als Installateur. In der NS-Zeit wurden Max und Karola Ruhr mehrfach gezwungen, ihren Wohnsitz zu wechseln. 1936 wohnten sie in der Steinstraße 44, erste Etage. Wenige Wochen nach der Pogromnacht 1938 mussten sie am 2. Dezember 1938 in die Luisenstraße 122 umziehen. Danach wohnten sie bis zum 29. April 1941 in der Engerstraße 5 und zuletzt in einer Wohnung in der dritten Etage des Hauses Konkordiastraße 66. Max Ruhr musste vor seiner Deportation in Düsseldorf Zwangsarbeit leisten. Sein Arbeitsbuch trug die Nummer 169/64610.

Max Ruhr wurde am 27. Oktober 1941 zusammen mit seiner Frau und der Familie seines Bruders Alfred von Düsseldorf in das Ghetto von Litzmannstadt/Łódź deportiert. Dort mussten sie zunächst mit weiteren Deportierten im Zimmer 5 der Kollektivunterkunft Fischstraße 15 leben. Max Ruhr arbeitete im Ghetto seit dem 1. Dezember 1941 in der Metallabteilung I als Brunnenarbeiter. Bis April 1942 erhielt er weiterhin seine Kriegsversehrten-Rente in Höhe von 58,45 RM in das Ghetto überwiesen. Durch ein Schreiben an die „Aussiedlungskommission“ des Amtes für Eingesiedelte konnte Max Ruhr am 10. Mai 1942 unter Hinweis auf seine Verdienste im Ersten Weltkrieg erreichen, dass er und seine Ehefrau von der Deportation mit dem XI. Transport am 14. Mai 1942 zurückgestellt wurden. Danach konnten sie am 22. Mai 1942 aus den aufgelösten Kollektivunterkünften mit insgesamt fünf Personen in ein Zimmer der Wohnung 3 in der Mühlgasse 4 umziehen. Max Ruhr verstarb am 8. Juli 1942 im Ghetto von Litzmannstadt/Łódź. Als offizielle Todesursache wurde „fieberhafter Darmkatarrh“ angegeben.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf