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Gedenkbuch

Blankenstein, Rosa

geb. Bloch

Rosa Bloch stammte aus dem badischen Schmieheim. Dort war sie am 15. Februar 1891 als Tochter von Issak Bloch und Leontine Bloch, geborene Breisacher, zur Welt gekommen. Sie hatte noch einen Bruder, Jakob Bloch (1889 Schmieheim – 1942 Auschwitz), der lange Zeit ebenfalls in Düsseldorf lebte. Auch ihre Schwester Charlotte Bloch lebte bis zu ihrer Emigration 1939 in Düsseldorf. Rosas zweite Schwester war  Thekla Scheel, geborene Bloch (1884 Schmieheim – 1981 Wuppertal).

Rosa beendete ihre Ausbildung zur Krankenschwester am 31. Juli 1915 mit einer Diplomprüfung, die sie mit der Note „sehr gut“ bestand. Sie nahm als Krankenschwester am Ersten Weltkrieg teil und wurde daher später im Ghetto von Litzmannstadt/Łódź auf einer Liste von Militärangehörigen vermerkt. Auch nach ihrer Heirat im Jahr 1920 mit dem Witwer Adolf Blankenstein arbeitete sie als Krankenschwester. Am 22. April 1920 wurde in Düsseldorf ihr Sohn Helmut Blankenstein geboren. Vier Jahre später, am 12. September 1924, kam in Düsseldorf ihr zweiter Sohn, Rolf, zur Welt.

Ihr Sohn Rolf besuchte ab 1935 die jüdische Schule in der Kasernenstraße in Düsseldorf. Er floh 1939 in die Niederlande (Boxmeer), nachdem er zuvor einige Zeit in Emmerich gelebt hatte. Ihr älterer Sohn Helmut Blankenstein absolvierte eine Lehre als Klempner und arbeitete später als Gärtner auf dem jüdischen Friedhof an der Ulmenstraße. Mit 16 Jahren wurde er am 29. Juli 1936 nach Hamburg abgemeldet, kehrte aber vor der Deportation seiner Eltern vom 27. Oktober 1941 nach Düsseldorf zurück

Am 27. Oktober wurde Adolf Blankenstein mit seiner Ehefrau Rosa und seinem Sohn Helmut von Düsseldorf aus in das Ghetto von Litzmannstadt/Łódź deportiert. Dort mussten sie in das Zimmer 9 der Massenunterkunft des „Düsseldorfer Kollektivs“ in der Fischstraße 15 einziehen.

Von der drohenden „Aussiedlung“ mit dem XII. Transport im Mai 1942 konnte ihr Sohn Helmut sie zurückstellen lassen. Dazu legte er ein Zeugnis des „Transportarztes“ Dr. Schumacher für seine Mutter vor, der ihr bescheinigte, von Beginn des Transportes des „Düsseldorfer Kollektivs“ als Krankenschwester tätig gewesen zu sein und ihre Aufgaben immer mit Fleiß und Ausdauer erfüllt zu haben. Im Ghetto wurde sie nach dem Tod ihres Mannes am 28. August 1942 zur Handstickerin angelernt und arbeitete dann auch seit dem 1. November 1942 in der Handstickerei-Abteilung. Ihre Arbeitsnummer lautete 71848. Für Rosa Blankenstein sind eine Reg-Nr. (34229) und ihre Düsseldorfer Kennkartennummer (A 04059) überliefert. Am 23. Juni 1944 fand sich Rosa Blankenstein im Zentralgefängnis ein, da sie zur „Ausreise“ vorgesehen war. Am 28. Juni 1944 wurde auf ihrer Abmeldekarte vermerkt, dass sie „zur Arbeit ausserhalb des Ghettos“ abgemeldet sei. Rosa Blankenstein wurde im Vernichtungslager Chełmno ermordet.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf