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Gedenkbuch

Mildenberg, Louis

Louis Mildenberg wurde am 15. Mai 1897 in Aßlar im Kreis Wetzlar geboren. Seine Eltern, die Eheleute Hermann und Rosalie Mildenberg, geborene Oster, hatten noch zwei weitere Söhne, Norbert Mildenberg (geboren 1894) und Kurt (geboren 1901). 

Am 10. Juni 1925 verstarb seine Mutter in der Anstalt von Dr. Herz in Bonn im Alter von 56 Jahren. Zusammen mit seinem verwitweter Vater Hermann Mildenberg lebte Louis Mildenberg in den 1920er Jahren bereits in Düsseldorf. 

Sein Bruder führte die Firma „Norbert Mildenberg“. In den 1920er Jahren inserierte er unter seinem Namen „Werkzeugmaschinen aller Art“. Es gab eine Dependence in Berlin, Steglitzerstraße 66 und. eine in Düsseldorf, Graf-Adolf-Straße 17. Für letztere waren als Inhaber Louis und sein Bruder Kurt Mildenberg eingetragen. Louis, Kurt und sein Vater Hermann Mildenberg wohnten in Düsseldorf in der Hüttenstraße 25. Am 14. August 1928 verstarb sein Bruder Kurt Mildenberg. Der 27-jährige wurde auf dem neuen jüdischen Friedhof begraben.

Louis Mildenberg und sein Vater mussten nach der Pogromnacht 1938 ihre Wohnung in der Hüttenstraße 25 verlassen und zogen zusammen mit ihrer Haushälterin Jenny Hopp (geboren 1889) am 2. Februar 1939 in die Schützenstraße 39.
Am 15. Mai 1941 heiratete Louis Mildenberg Selma Ochsler, geborene Winter, aus Düsseldorf. Sie zog offiziell am nächsten Tag von der Pionierstraße 87 ebenfalls in die Schützenstraße 39.

Sein Bruder Norbert Mildenberg wurde am 27. Oktober 1941 von Düsseldorf in das Ghetto von Litzmannstadt/Łódź deportiert. Knapp einen Monat später wurde  Louis Mildenberg wurde zusammen mit seiner Ehefrau Selma und der Haushälterin Jenny Hopp mit dem nächsten Deportationstransport ins Ghetto Minsk deportiert. 

Sein 73-jähriger Vater Hermann Mildenberg zog nach der Deportation seiner Söhne in das Altersheim der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf. Am 24. November 1941 wurde ihm in einem Formschreiben aus dem Ghetto Litzmannstadt/Łódź mitgeteilt, dass sich „Herr Norbert Mildenberg, hier Fischstraße 15, Raum 8“ gesund befinde und dass Geldsendungen erlaubt seien. 

Louis Mildenberg konnte seinem Vater vermutlich keine Nachricht mehr zukommen lassen. Er, seine Frau und auch die langjährige Haushälterin haben nicht überlebt.

Sein Vater Hermann Mildenberg wurde aus Düsseldorf am 21. Juli 1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Der 74-jährige verstarb im Ghetto am 31. Juli 1942. Sein Bruder Norbert Mildenberg verstarb im Ghetto von Litzmannstadt/Łódź am 28. Mai 1943.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf