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Gedenkbuch

Blumenthal, Albert

Albert Blumenthal wurde am 3. April 1878 Pattensen bei Hannover als Sohn von Hermann und Jeanette Blumenthal, geborene Neufeld, geboren. Am 3. Oktober 1898 zog Albert Blumenthal von Essen kommend nach Düsseldorf. Hier wohnte er zunächst in der Hohe Straße 8. Er heiratete die gebürtige Neusserin Henriette Vasen. 1911 wurde Sohn Heinz und 1914 Tochter Hilde geboren. Den Lebensunterhalt der Familie verdiente Albert Blumenthal als Handelsvertreter für Textilwaren. Er kämpfte als Soldat im Ersten Weltkrieg und erhielt am 4. Juni 1918 das Eiserne Kreuz II. Klasse verliehen.

Die Familie Blumenthal zog mehrere Male in Düsseldorf um. Ab 1913 wohnten sie in der Lichtstraße 35 und seit dem 23. Februar 1933 in der Antoniusstraße 11a. 1936 emigrierte Sohn Heinz nach Uruguay, und die Tochter Hilde heiratete. Daraufhin zogen Albert und Henriette Blumenthal in eine kleinere Wohnung in die Rolandstraße 34. Am 7. Juni 1938 zogen sie in ein nur von jüdischen Familien bewohntes Haus in der Grafenberger Allee 74. Von dort wurden Albert und Henriette Blumenthal am 27. Oktober 1941 in das Ghetto von Litzmannstadt/Łódź deportiert.

Im Ghetto mussten die Eheleute Blumenthal zuerst mit anderen Deportierten im Zimmer 10 der Kollektivunterkunft Fischstraße 15, wohnen, später (im Mai 1942) waren sie für das Zimmer 22 registriert. Es gelang Albert Blumenthal, sich und seine Ehefrau nach Vorlage seines Militärpasses von der drohenden „Aussiedlung“ am 5. Mai 1942 – er erhielt eine Ausreiseaufforderung für den II. Transport 1280/1282 – zurückstellen zu lassen. Am 20. Mai 1942 konnte das Ehepaar aus der Kollektivunterkunft in die Königsberger Straße 6, Wohnung 13, umziehen. Dort versuchten sie eine Wohnung im Parterre zu bekommen, da Albert Blumenthal durch einen alten Beinbruch schwer gehbehindert war.

Am 2. Januar 1942 wurden für ihn 19,30 Mark als Einkünfte verzeichnet. Zwei Drittel musste er an die Solidargemeinschaft des „Düsseldorfer Kollektivs“ abführen. Im September 1942 wurde Albert Blumenthal mit seiner Frau Henriette im Zuge der „Sperre“ aus dem Ghetto von Litzmannstadt/Łódź „ausgesiedelt“ und im Vernichtungslager Chełmno ermordet.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf