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Gedenkbuch

David, Julius

Julius David wurde am 21. Juli 1900 in Flensburg geboren. Seine Eltern waren Louis (Ludwig) David und Ottilie Eichwald. Er hatte noch zwei Brüder. Sein Bruder Harry kam am 5. Dezember 1895 ebenfalls in Flensburg zur Welt. Sein jüngerer Bruder Max wurde am 10. März 1890 in Krefeld geboren, wohin die Familie gezogen war. Seit 1901 lebten seine Eltern Ottilie und Louis David mit den Kindern Düsseldorf. Zunächst wohnten sie in der Kölner Straße, dann gab es drei Umzüge innerhalb kurzer Zeit und ab November 1911 wohnte die Familie in der Graf-Adolf-Straße 75. Julius David absolvierte eine kaufmännische Lehre bei der Firma Gebr. Hartoch in der Düsseldorfer Altstadt. Nach Beendigung der Lehre arbeitete er im Warenhaus Gebr. Hartoch in der Flinger Straße als Verkäufer.

Am 9. Februar 1928 heiratete Julius David in Mönchengladbach Hildegard Herz. Sein Vater Louis David war sein Trauzeuge. Seine Frau war am 26. Juli 1896 in Mönchengladbach zur Welt gekommen. Das Paar bezog zunächst eine gemeinsame Wohnung in Mönchengladbach. Mit seiner Frau zog er 1934 nach Düsseldorf und bezog mit ihrer eine Drei-Zimmer-Wohnung in der Schinkelstraße 66.

Sein Vater war bereits am 15. März 1932 in Düsseldorf verstorben. Seine Brüder Max und Harry kümmerten sich nun um den Unterhalt der Mutter und brachten die 75-Jährige 1934 ins jüdische Altersheim Rosenau in (Essen-)Werden. Das Haus war 1914 von dem Düsseldorfer Ehepaar Otto Fleck (1861-1924) und Käthe Fleck, geborene Brasch, gegründet worden. Zunächst als Erholungsheim im wegen seiner schönen Lage und guten Luft beliebten Ausflugsort Werden gedacht, wandelte es sich mit den Jahren mehr zum Kranken- und Altenheim der jüdischen Gemeinde Düsseldorf. Als das Haus Ende 1938 geschlossen werden musste, kehrte seine Mutter Ottilie David am 13. November 1938 für kurze Zeit nach Düsseldorf zurück, wo sie in der Schinkelstraße 66 bei Julius David gemeldet war.

Im März 1939 überredete sein Bruder Max David die Mutter nach Amsterdam zu ziehen, wo seit 1936 Harry David mit seiner Familie lebte. Julius David und seine Frau Hilde blieben in Düsseldorf. Ob sie die eigenen Emigration vorbereiteten, ist nicht bekannt. Seit August 1941 wohnten die beiden in einem sogenannten Juden im Düsseldorfer Stadtteil Oberkassel, in der Teutonenstraße 9. Dies war ihre letzte offizielle Adresse. Am 10. November 1941 wurden sie vom Güterbahnhof Düsseldorf-Derendorf in das Ghetto Minsk deportiert. Sie haben nicht überlebt.

In Amsterdam lebte Julius Mutter Ottilie David in einer Pension, die von dem jüdischen Niederländer Salomon Mok geführt wurde und sich in der Ruyschstraat 37 befand. Am 6. Februar 1943 wurde Ottilie David mit anderen Bewohnern ins Polizeiliche Durchgangslager Westerbork eingeliefert und von dort am 18. Mai 1943 in das Vernichtungslager Sobibor deportiert und ermordet.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf