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Gedenkbuch

Ruhr, Berta

geb. Katz

Berta Katz wurde am 17. Februar 1900 in Köln geboren. Verheiratet war sie mit Alfred Ruhr aus Glehn. Sie wohnte mit ihrem Mann, der als Frisör arbeitete, in der Luegallee 6 im Stadtteil Oberkassel. Ihr Sohn Albert wurde am 27. Juni 1928 in Düsseldorf geboren. Auch nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten konnte ihr Mann weiter seinem Handwerk nachgehen. Noch im Juni 1938 schaltete ihr Mann Max Ruhr Werbung für seinen Salon in der Gemeindezeitung für den Synagogenbezirk Düsseldorf. Am 2. Mai 1938 musste die Familie jedoch die Wohnung in der Luegallee 6 aufgeben und sie zogen in die Räume der ehemaligen Firma ihres Mannes in der Luisenstraße 122.

Berta Ruhr wurde am 27. Oktober 1941 mit ihrer Familie von Düsseldorf in das Ghetto von Litzmannstadt/Łódź deportiert. Sie wurden dort mit anderen Deportierten in das Zimmer 3 der Kollektivunterkunft Fischstraße 15 eingewiesen. 

Die Familie Ruhr versuchte aus dem Ghetto eine Postkarte an die Familie Coulter in der Düsseldorfer Straße 31 in Düsseldorf-Oberkassel zu verschicken. Dort wohnte der amerikanische Staatsbürger Allan Stanley Coulter (1887-1957) mit seiner Ehefrau. Seit 1912 lebte er in Düsseldorf und arbeitete als Chemiker für die Deutschen Carborandum Werke. Die Firma war eine Dependence des amerikanischen Mutterkonzerns The Carborundum Company of Niagara Falls. Berta Ruhr schrieb den amerikanischen Freunden: „Wir sind gesund und möchte Euch bitten an uns mal (sic!) mit einer Geldgabe zu denken. Hier ist es sehr kalt und schlechtes Wetter. Bleibt gesund, es grüßt Euch Eure Berta Ruhr“. Alfred Ruhr und der 13-jährige Sohn Albert unterschrieben die Postkarte, die nie zugestellt wurde.

Berta Ruhr wurde zusammen mit ihrem Mann und ihrem Sohn Albert am 7. Mai 1942 mit dem IV. Transport aus dem Ghetto von Litzmannstadt/Łódź gebracht und in Chełmno ermordet.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf