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Gedenkbuch

Davidsohn, Rudolf

Am 19. November 1872 wurde Rudolf Davidsohn in Hildesheim geboren. Er betrieb einen Schuhgroßhandel (Firma „Venter und Ernst Davidsohn“) mit Filialen in Nordhausen und Halberstadt. Sein Vater Ernst Davidsohn führte in Hannover den Schuhgroßhandel „Ernst Davidsohn & Co“. Rudolf Davidsohn war mit Martha Daniel aus Schleusingen verheiratet. Aus dieser Ehe ging am 12. September 1894 der Sohn Gustav hervor. Die Familie wohnte in Hildesheim im eigenen Haus in der Mozartstraße 8. Während der Pogromnacht 1938 wurde die Wohnung des Ehepaars Davidsohn nicht überfallen, da Rudolf Davidsohn zu diesem Zeitpunkt bereits in Haft war.

Am 30. September 1939 zog Rudolf Davidsohn von Hildesheim nach Düsseldorf in die Grunerstraße 19 zur Schwester von Martha Davidsohn, Jenny Hirsch. Mehrere Grundstücke (Osterstraße 56, Zingel 12) hatte Rudolf Davidsohn zuvor in Hildesheim verkaufen müssen. Am 10. Oktober 1939 folgte ihm auch seine Ehefrau nach Düsseldorf. Zu diesem Zeitpunkt war ihrem Sohn schon die Flucht nach Buenos Aires, Argentinien, geglückt. Auf der Düsseldorfer Meldekarte wurde daher kein Kind verzeichnet.

Am 27. Oktober 1941 wurde das Ehepaar Davidsohn von Düsseldorf in das Ghetto von Litzmannstadt/Łódź deportiert. Sie wohnten dort zunächst im Zimmer 3 der Kollektivunterkunft Fischstraße 15. Am 7. Mai 1942 sollten Rudolf Davidsohn und seine Frau mit dem IV. Transport aus dem Ghetto „ausgesiedelt“ werden. Er konnte aber für sich die Rückstellung erreichen, seine Frau scheint dennoch mit dem IV. Transport deportiert worden zu sein. Der 69-jährige Rudolf Davidsohn zog laut Hausbuch am 21. Mai 1942 in das Greisenheim II in der Gnesener Straße 26. Im September 1942 wurde Rudolf Davidsohn aus dem Ghetto „ausgewiesen“ und im Vernichtungslager Chełmno ermordet.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf