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Gedenkbuch

Meyerstein, Alfred

Alfred Meyerstein wurde am 16. April 1884 in Leipzig geboren. Seine Eltern waren Moritz und Pauline Meyerstein, geborene Philipp. Er hatte fünf Geschwister: Betty (geboren 1869), Siegfried (1870-1937), Helene (geboren 1874), Carl (1875-1901) und Elfriede (geboren 1899). Sein Vater führte die Firma Gottschalk & Meyerstein in Leipzig.

1913 heiratete Alfred Meyerstein Meta Herz. Sie war am 26. Januar 1888 in Limburg als Tochter von Hermann und Mathilde Herz, geborene Goldschmidt, zur Welt gekommen. Am 30. Januar 1915 verstarb sein Vater in Leipzig im Alter von 80 Jahren.

Das Ehepaar zog 1918 nach Düsseldorf und wohnte zunächst in der Speldorfer Straße 2 und ab 1920 im Haus Rathausufer 15. Alfred Meyerstein führte hier eine Großhandlung für Tabakpfeifen, Zigarren und Zigarettenspitzen. Am 25. Juli 1920 kam Sohn Rolf (später Ralph) zur Welt.

Im Handelsregistereintrag von 1924 ist vermerkt, dass seine Ehefrau Meta Meyerstein Prokura für die Firma hatte. Später, 1929, wurde die Firma um Galanteriewaren erweitert. 

Sein Sohn Rolf besuchte die Volksschule an der Citadellstraße und später das Hohenzollern-Gymnasium (heute: Görres-Gymnasium). Am 4. Juli 1923 verstarb Alfred Meyersteins Mutter Pauline in Leipzig. Sie wurde 84 Jahre alt.

1929, während der Weltwirtschaftskrise, kam auch Alfred Meyerstein mit der Firma in wirtschaftliche Probleme. Im August 1929 wurde ein Vergleichsverfahren offiziell eröffnet, wie das Amtsblatt für den Regierungsbezirk Düsseldorf im Öffentlichen Anzeiger, Nr. 35, vermeldete. Im September 1929 wurde das Konkursverfahren offiziell aufgehoben.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 begann auch für die Meyersteins der gesellschaftliche Abstieg. Alfred Meyerstein unterhielt nun eine Vertretung für „echte und unechte Schmuckwaren“.

Sein Sohn Rolf feierte am 2. August 1933 seine Barmizwa. Am 1. Januar 1936 begann er eine Schlosser-Lehre bei der Düsseldorfer Firma Braunschweig & Co. (Spezialfabrik für Sanitäre Armaturen) in der Benzenbergstraße. Der Lehrvertrag musste zum 31. Dezember 1938 aufgelöst werden, da die Firma „arisiert“ wurde und danach keine jüdischen Lehrlinge mehr haben durfte.

In der Pogromnacht vom 10. November 1938 wurde die Wohnung der Familie Meyerstein vollständig verwüstet.

Anfang Mai 1939 ließen Alfred und Meta Meyerstein ihren Sohn schweren Herzens nach England ausreisen. Ihnen selbst gelang die Emigration nicht, den Kontakt zu Rolf konnten sie nur noch über Briefe und Postkarten aufrecht erhalten.

Im Jahr 1939 musste Alfred Meyerstein mit anderen Düsseldorfer Juden Zwangsarbeit, unter anderem in der Ziegelei „Germania“ in Stockum, leisten. Ende Oktober 1941 erhielt das Ehepaar die Aufforderung, sich am 9. November 1941 im städtischen Gebäude Rather Straße 23 – dem Düsseldorfer Schlachthof – einzufinden. Am Morgen des 10. November 1941 wurden sie vom Güterbahnhof Derendorf ins Ghetto von Minsk deportiert. Sie haben nicht überlebt.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf