Sie haben die richtige Internetadresse für das Gedenkbuch der Landeshauptstadt Düsseldorf zur Erinnerung an die jüdischen Opfer 1933 – 1945 aufgerufen.
Die Seiten sind optimiert für den Abruf mit einem Tablett oder einem Computer.
Vielen Dank für Ihr Verständnis



You have accessed the correct internet address for the memorial book of the state capital Düsseldorf in memory of the Jewish victims from 1933 to 1945.
The pages are optimized for viewing with a tablet or computer.
Thank you for your understanding.

Bitte drehen Sie Ihr Gerät ins Querformat

Gedenkbuch

Moses, Simon

Am 6. Dezember 1884 wurde Simon Moses in Mülheim an der Ruhr geboren. Seine Eltern, der Metzger Moses Moses (1850 Saarn) und dessen Frau Carolina, geborene Feist (1852 Eppinghofen) hatten 1878 in Mülheim an der Ruhr geheiratet. Simon Moses heiratete in Mülheim an der Ruhr. Sein Sohn Otto Moses wurde am 24. August 1900 in Mülheim an der Ruhr geboren. Er wurde Arzt und wohnte bis zu seiner Emigration nach Großbritannien 1934 in Mülheim an der Ruhr. Zuletzt in der Hindenburgstraße 32.

Simon Moses zog am 1. Oktober 1906 von Mülheim an der Ruhr nach Düsseldorf in die Adersstraße 28. Er heiratete dort in zweiter Ehe am 18. April 1912 Rosa Pisetzki und bekam mit ihr zwei Kinder. Erwin wurde am 6. April 1913 geboren und Anneliese folgte am 13. Juli 1920. Auch seine Frau brachte einen Sohn mit in die Ehe. 

Simon Moses verdiente den Lebensunterhalt der Familie zunächst als Viehhändler und Kaufmann, später als Angestellter. 1926 war Simon Moses als Teilhaber der Firma Pisetzki & Moses in der Stephanienstraße 8 gemeldet.

Die Familie Moses wohnte in Düsseldorf auch für einige Zeit in der Bismarckstraße 97. Am 18. Mai 1933 meldeten sie sich in die Kaiser-Wilhelm-Straße 53 um, aber nach nur wenigen Monaten zogen sie am 30. Dezember 1933 weiter in die Graf-Adolf-Straße 41. Simon Moses besaß noch ein Grundstück in Mülheim an der Ruhr in der Bahnstraße 19. Dieses Haus wurde am 5. September 1940 zwangsversteigert.

Simon Moses wurde am 27. Oktober 1941 zusammen mit seiner Familie, zu der auch sein Bruder, seine Schwiegertochter und sein Enkelkind gehörten, von Düsseldorf in das Ghetto von Litzmannstadt/Łódź deportiert. Dort mussten sie in der Kollektivunterkunft Fischstraße 15, Zimmer 7, leben. Am 2. Januar 1942 ging für Simon Moses eine Zahlung über 9,60 Mark ein. Er führte davon zwei Drittel an die Solidargemeinschaft des „Düsseldorfer Kollektivs“ ab. Für April/Mai 1942 ist ein Schriftverkehr des „Buchhauses Arnold & Schaarschmidt“, Berlin, mit der Ghettoverwaltung überliefert, in dem das Buchhaus eine Forderung in Höhe von 107,35 RM an Simon Moses geltend macht. Dort wurde als alte Adresse von Simon Moses die Stephanienstraße 8 in Düsseldorf angegeben und als Adresse im Ghetto die Fischstraße 15, Zimmer 18. Der Leiter des „Düsseldorfer Kollektivs“, Dr. Siegfried Klein, vermerkte, dass Simon Moses die Firma „Buchhaus Arnold & Schaarschmidt“ nicht bekannt sei und er auch über keinerlei Mittel verfüge. 

Simon Moses konnte sich und seine Kinder vom III. Transport am 6. Mai 1942 zurückstellen lassen. Allerdings erhielten sie seit dem 7. Mai 1942 keine Lebensmittelrationen mehr ausgehändigt. Am 7. Mai 1942 wurde seine Frau, und eine Woche später, am 14. Mai 1942, wurden er und seine Kinder aus dem Ghetto von Litzmannstadt/Łódź gebracht. Einen Tag später wurden sie in Chełmno ermordet.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf