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Gedenkbuch

Baer, Martha

geb. Sonnenberg

Martha Sonnenberg wurde als Tochter des Kaufmanns Abraham Sonnenberg und dessen Frau Fanny, geborene Engel, am 5. März 1878 in Wetzlar geboren. Sie hatte noch einen Bruder, Hugo Sonnenberg (1875-1962).

Am 3. August 1903 heiratete sie in Wetzlar den Rechtsanwalt Dr. Benjamin Baer. Ihr Mann war am 21. Mai 1875 in Düsseldorf als Sohn von Joseph und Jeanette Baer, geborene Hellwitz zur Welt gekommen. Das Ehepaar Baer bekam zwei Töchter. Am 18. Oktober 1904 wurde in Düsseldorf Katharina (Käthe) geboren. Am 21. April 1907 folgte die Tochter Luise.

Die Familie wohnte seit 1908 in ihrem eigenen Haus in der Josephinenstraße 13. Das Haus in der Stadtmitte von Düsseldorf hatte Martha Baer mit in die Ehe gebracht. Die Töchter emigrierten zu Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft ins Ausland. Käthe Baer war Ärztin geworden und emigrierte 1935 in die Schweiz. Luise Baer meldete sich im Juni 1933 in die Niederlande ab.

Martha Baer erlitt zusammen mit ihrem Mann in der Pogromnacht vom 10. November 1938 die Zerstörung ihrer Wohnung. In einem Schreiben aus dem Jahr 1938 bezeichnete sich ihr Mann Benjamin Baer als Demokraten, der sich nach dem Ersten Weltkrieg der Deutschen Demokratischen Partei angeschlossen hatte. Ihr Mann war noch bis zum 30. November 1938 als Anwalt bzw. „Rechtskonsulent“ beim Land- und Amtsgericht in Düsseldorf zugelassen. Nach seinem Berufsverbot flüchtete das Ehepaar; es wurde am 2. Juni 1939 nach Amsterdam abgemeldet. Dort wohnten sie ab dem 13. Juni 1939 in der Johann van Eijkstraat 1. In diesem Haus wohnte seit März 1939 ihre Tochter Luise Baer. Im Dezember 1940 zogen Martha und Benjamin Baer in die Noorder Amstellaan 183 in Amsterdam. Ihrer Tochter Luise gelang Ende 1940 die Einreise nach Großbritannien.

Nach dem Einmarsch der Deutschen Wehrmacht im Mai 1940 war das Ehepaar Baer der nationalsozialistischen Judenverfolgung erneut ausgeliefert. Am 21. Januar 1943 verhaftet, internierte man sie im „Judendurchgangslager“ Westerbork. Von dort wurden Martha und Benjamin Baer am 2. Februar 1943 in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert und ermordet.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf