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Gedenkbuch

Stern, Else

geb. Cohen

Else Cohen kam am 15. November 1886 als älteste Tochter des Kaufmanns Josef Cohen (1857-1942) und seiner Frau Julia Cohen (1863-1894), geborene Bernhard, in Düsseldorf-Gerresheim zur Welt. Sie hatte mit Carl (geboren 1888), Selma (geboren 1889), Alfred (geboren 1890) und Anna (geboren 1892) vier jüngere Geschwister. Elses Mutter Julia verstarb als Else acht Jahre alt war und ihr Vater Josef heiratete die Schwester seiner verstorbenen Frau, Selma Bernhard (geboren 1865 in Dinslaken). Mit Paul (geboren 1895), Siegfried (geboren 1895), Ernst (geboren 1896) und Hans (Datum unbekannt) bekam Else vier Halbgeschwister.

Else und ihre Familie wohnten in Düsseldorf auf der Friedrichstraße 31. Ihr Vater Josef Cohen war der Inhaber des Haushaltswarengeschäfts Schickenberg & Co. Nachfolger für Eisenwaren, Herde, Öfen und Haushaltsgegenstände. Später wurde das Geschäft als Familienunternehmen geführt und Elses Brüder Alfred, Paul und Carl Cohen waren neben ihrem Vater Mitinhaber des Geschäfts.

Am 8. Juli 1920 heiratete Else den 1880 in Langendreer (heutiges Bochum) geborenen Eugen Stern. Die Eheleute wohnten in Mönchengladbach auf der Lüpertzender Straße 40. Im Juni 1939 nahmen sie Elses Nichte Charlotte Adler bei sich auf. Charlotte war die Tochter von Elses 1923 verstorbener Schwester Selma Adler, geborene Cohen. Else und Eugen Stern scheinen im Juli 1939 für kurze Zeit auf der Staufenstraße 14 gewohnt zu haben, von wo aus sie in die Franz-Gielen-Straße 10 zogen.

Else Stern und ihr Mann Eugen wurden am 11. Dezember 1941 von Mönchengladbach über Düsseldorf in das Ghetto Riga deportiert. Else wurde 1944 aus dem Ghetto Riga in das Konzentrationslager Stutthof deportiert, wo sie am 29. Dezember 1944 starb. Aus dem Ghetto sind keine Quellen überliefert, die über den weiteren Weg ihres Mannes Eugen informieren. Er hat nicht überlebt.

Elses Brüder Carl und Alfred Cohen wurden am 10. November 1941 von Düsseldorf aus in das Ghetto Minsk deportiert. Sie haben nicht überlebt. Ihr 85-jähriger Vater Josef Cohen wurde am 21. Juli 1942 von Düsseldorf aus in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo er am 29. August 1942 starb. Elses Schwester Anna Bernhard, geborene Cohen, wurde am 18. Juni 1943 über Köln in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Aus dem Ghetto wurde sie am 6. Oktober 1944 in das Auschwitz-Birkenau deportiert. Sie hat nicht überlebt.
Ihr Halbbruder Paul war nach dem Pogrom 1938 mit seiner Frau in die Niederlande geflohen. Er überlebte den Holocaust und starb am 28. März 1979 im Alter von 85 Jahren. Auch Elses Halbbruder Siegfried scheint überlebt zu haben.

Autorin: Frederike Krenz, Förderkreis der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf