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Gedenkbuch

Lindner, Ernst

Der Kaufmann Ernst Lindner kam am 11. März 1893 als Sohn des Kaufmanns Louis Lindner (geboren ca. 1850) und seiner Frau Ida Lindner (1859-1931), geborene Hallenstein, in Halle (Braunschweig) zur Welt.

Ernst Lindner war in erster Ehe mit Käthe Bertha Schlesinger verheiratet. Die Eheschließung fand am 13. Mai 1922 in Berlin statt. Bis zu seiner Hochzeit hatte Ernst mit seinen Eltern in Berlin auf der Grunewaldstraße 24 gewohnt. Die Eheleute bekamen mit Rose (geboren 1923) eine Tochter.

Ernst Lindners Mutter Ida verstarb am 3. März 1931 im Alter von 72 Jahren. Ernst wohnte zu dieser Zeit bereits in Düsseldorf auf der Corneliusstraße 104. Die Ehe mit Käthe Bertha ging auseinander und die Scheidung wurde am 19. Juni 1931 rechtskräftig.

Ernst Lindner, der inzwischen mit der aus Düsseldorf stammenden Jenny Helas liiert war, zog am 3. Juli 1931 auf den Nikolaus Knopp Platz 2. Nach dem Tod seiner Mutter nahm er seinen verwitweten Vater Louis Lindner bei sich auf. Am 9. Juli 1932 fand die Eheschließung zwischen Ernst Lindner und der katholisch getauften Jenny Helas statt.

Am 27. Juli 1935 zogen Ernst Lindner, seine Frau Jenny und sein Vater Louis in die erste Etage auf der Oberkasseler Straße 5, wo Ernst Lindner bis zu seiner Flucht am 3. März 1939 wohnte.

Vom 30. April bis zum 24. November 1938 wurde er dort von seiner Tochter Rose besucht, die im Anschluss ihres Besuches nach Berlin zurückkehrte. Möglicherweise hatte Ernst seine Flucht nach Belgien bereits geplant und nutzte seine verbliebene Zeit im Kreise seiner Familie. Nach seiner Flucht zog seine Frau Jenny auf die Columbusstraße 21, während sein Vater Louis zunächst auf die Oberkasseler Straße 7 und am 31. August 1940 in das jüdische Altenheim auf der Grafenberger Allee 78 zog.

Ernst Linder wurde nach der deutschen Okkupation Belgiens in das südwestfranzösischen Internierungslager Saint Cyprien deportiert und war dort von Mai bis September 1940 interniert. Anschließend kam er nach Villeneuf sur mere, über den genauen Zeitraum liegen jedoch keine weiteren Informationen vor. Danach verliert sich seine Spur, sodass Ernst Lindner für tot erklärt wurde. Möglicherweise gehörte er zu den jüdischen Deutschen, die im August 1942 aus Südfrankreich in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau verschleppt wurden, was jedoch aufgrund fehlender Dokumente nicht belegbar ist.

Ernst Lindners Vater Louis sollte am 21. Juli 1942 von Düsseldorf aus in das Ghetto Theresienstadt deportiert werden. Um der Deportation zu entgehen, schied er am 15. Juli 1942 im Alter von 92 Jahren freiwillig aus dem Leben.

Autorin: Frederike Krenz, Förderkreis der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf