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Gedenkbuch

Meyerstein, Meta

geb. Herz

Am 26. Januar 1888 wurde Meta Meyerstein als Tochter von Hermann und Mathilde Herz, geborene Goldschmidt, in Limburg an der Lahn geboren. Ihr Vater war Kaufmann in Limburg und führte ein Geschäft für Kurz- und Galanteriewaren. Meta hatte noch mindestens drei Schwestern: Selma (geboren 1889), Amalie (geboren 1891) und Ella (geboren 1896).

1913 heiratete Meta Herz den Kaufmann Alfred Meyerstein. Ihr Mann war am 16. April 1884 in Leipzig als Sohn von Moritz und Pauline Meyerstein, geborene Philipp, zur Welt gekommen. 

Das Ehepaar zog 1918 nach Düsseldorf und wohnte zunächst in der Speldorfer Straße 2 und ab 1920 im Haus Rathausufer 15. Ihr Mann Alfred Meyerstein führte hier eine Großhandlung für Tabakpfeifen, Zigarren und Zigarettenspitzen. Im Handelsregistereintrag von 1924 ist vermerkt, dass Meta Meyerstein Prokura für die Firma hatte. Später, 1929, wurde die Firma um Galanteriewaren erweitert. Und zuletzt unterhielt ihr Mann eine Vertretung für „echte und unechte Schmuckwaren“.

Am 25. Juli 1920 kam ihr Sohn Rolf Günter (später Ralph) zur Welt. Rolf besuchte die Volksschule an der Citadellstraße und später das Hohenzollern-Gymnasium (heute: Görres-Gymnasium).

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 begann auch für die Meyersteins der wirtschaftliche und gesellschaftliche Abstieg. Ihr Sohn Rolf feierte am 2. August 1933 seine Barmizwa. Am 1. Januar 1936 begann er eine Schlosser-Lehre bei der Düsseldorfer Firma Braunschweig & Co. (Spezialfabrik für Sanitäre Armaturen) in der Benzenbergstraße. Der Lehrvertrag musste zum 31. Dezember 1938 aufgelöst werden, da die Firma „arisiert“ wurde und danach keine jüdischen Lehrlinge mehr haben durfte.

In der Pogromnacht vom 10. November 1938 wurde die Wohnung der Familie Meyerstein vollständig verwüstet. Anfang Mai 1939 ließen Meta und Alfred Meyerstein ihren Sohn schweren Herzens nach England ausreisen. Ihnen selbst gelang die Emigration nicht, den Kontakt zu Rolf konnten sie nur noch über Briefe und Postkarten aufrecht erhalten.

Im Jahr 1939 musste ihr Mann Alfred mit anderen Düsseldorfer Juden Zwangsarbeit, unter anderem in der Ziegelei „Germania“ in Stockum, leisten. Ende Oktober 1941 erhielt das Ehepaar die Aufforderung, sich am 9. November 1941 im städtischen Gebäude Rather Straße 23 – dem Düsseldorfer Schlachthof – einzufinden. Am Morgen des 10. November 1941 wurden sie vom Güterbahnhof Derendorf ins Ghetto von Minsk deportiert. Sie haben nicht überlebt.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf