Sie haben die richtige Internetadresse für das Gedenkbuch der Landeshauptstadt Düsseldorf zur Erinnerung an die jüdischen Opfer 1933 – 1945 aufgerufen.
Die Seiten sind optimiert für den Abruf mit einem Tablett oder einem Computer.
Vielen Dank für Ihr Verständnis



You have accessed the correct internet address for the memorial book of the state capital Düsseldorf in memory of the Jewish victims from 1933 to 1945.
The pages are optimized for viewing with a tablet or computer.
Thank you for your understanding.

Bitte drehen Sie Ihr Gerät ins Querformat

Gedenkbuch

Katzenstein, Magda

geb. Badt

Magda Badt kam am 27. Februar 1884 als älteste Tochter von Julius Badt (1843-1916) und seiner Frau Flora Badt (1857-1907), geborene Peyser, in Breslau zur Welt. Mit Gertrud (1885-1977) und Charlotte (1892-1895) hatte sie zwei jüngere Schwestern. Die jüngste Schwester Charlotte verstarb jedoch bereits mit 3 Jahren. Magdas Tante Emilie Peyser war die zweite Ehefrau des Lehrers und Kantors Sußmann Katzenstein, dem Vater ihres späteren Mannes Bernhard Katzenstein.

Am 18. März 1909 heirateten in Berlin Magda Badt und Bernhard Katzenstein. Das Ehepaar bekam zwei Söhne, die beide in Berlin geboren wurden: Heinz Fritz Katzenstein (geboren am 13. Februar 1910) und Günther Julius Katzenstein (geboren am 24. September 1920). Magdas Mann Bernhard Katzenstein hatte als Soldat im Ersten Weltkrieg gekämpft und war mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden.

Die Familie Katzenstein zog 1924 nach Düsseldorf und wohnte bis 1932 in der ersten Etage auf der Herzogstraße 32. Am Schwanenmarkt 13 betrieb ihr Mann Bernhard Katzenstein eine Vertretung für Stoffe und Gardinen betrieb. Die Kontakte für die Firma „Rudolf Mehrgut“, für die er arbeitete, kamen über Magda Katzensteins Schwester, Gertrud Mehrgut, geborene Badt. Auch Magdas Schwager Albert Katzenstein lebte in Düsseldorf. Er hatte die Düsseldorferin Erna Hartoch geheiratet und arbeitete für das gleichnamige Warenhaus in der Düsseldorfer Altstadt. Er wohnte mit seiner Frau und den zwei Töchtern Lotte und Gerda in der Steinstraße 82. Magda Katzenstein und ihre Familie zogen 1933 nur einige Häuser weiter in der Nummer 67 (heute Stresemannstraße 29). Im hinteren Teil der Wohnung lebte die Familie privat. Am 14. Oktober 1933 wurde hier Günthers Barmitzwa gefeiert. Der vordere Teil der Wohnung diente Magdas Ehemann als Geschäftsräume.

In der Pogromnacht vom 10. November 1938 wurde ihre Wohnungseinrichtung in der Steinstraße 67 vollständig zertrümmert. Magdas jüngerer Sohn Günther Katzenstein erinnerte sich in einem Interview an die Ereignisse: „Ja, dort haben wir gewohnt bis zur „Kristallnacht“. Dort hat man alles rausgeworfen, dort auf einen Trümmerhaufen oben, dort hat alles gesessen. (…) Und dann waren wir ja gezwungen, erstmal die ganzen Schäden zu bezahlen, die entstanden waren. Wir hatten einen Flügel, einen Bechstein, der ging durch das Fenster auf die Straße. (…) Jedenfalls von dort mussten wir raus, aus der Steinstraße.“

Während der ältere Sohn Heinz 1939 nach Großbritannien emigrieren konnte, blieb der jüngere Günther bei den Eltern. In Folge des Pogroms zog die Familie auf die Adersstraße 8.

Ende Oktober 1941 erhielten Magda, Bernhard und Günther Katzenstein die Aufforderung zur „Ausreise“ nach Minsk. Der Transport in das Ghetto ging am 10. November 1941 vom Güterbahnhof Düsseldorf-Derendorf ab. Mit deportiert wurden auch Günthers „halb-jüdische“ Verlobte Rosa Thielen und deren Bruder Max sowie Magdas Schwager Albert Katzenstein und dessen Frau Erna.

Aus dem Ghetto Minsk sind keine schriftlichen Quellen überliefert, die Magda und Bernhard Katzensteins weiteren Weg dokumentieren. Ihr Sohn Günther berichtete in einem Brief 1956, dass seine Mutter im Ghetto 1942 verhungerte, während sein Vater später bei einer „Aktion“ erschossen wurde. Günther war einer der sehr wenigen Überlebenden des Düsseldorfer Transports. Er gelangte über verschiedene Arbeitslager 1945 ins Lager Bergen-Belsen. Dort erlebte er schwerkrank die Befreiung des Lagers. Nach dem Krieg lebte er in Schweden.

Autorinnen: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, und Frederike Krenz, Förderkreis der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf