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Gedenkbuch

Katz, Theodor (Feodor)

Am 30. Juli 1875 wurde Feodor Katz in Hannoversch Münden, Landkreis Göttingen, als Sohn der Eheleute Naphtali (Hans) und Lina Katz geboren.
Feodor Katz war mit Johanna Horwitz (24.10.1878 Bünde – 27.01.1940 Mülheim an der Ruhr) verheiratet und arbeitete als Geschäftsführer. 1906 kam in Essen ihr Sohn Edgar zur Welt, danach zog die Familie nach Mülheim, wo Feodor Katz seit 1917 bei der Firma Schätzlein tätig war. Feodor Katz diente im Ersten Weltkrieg als Gefreiter des 4. R.L.I. R. 328. Ihm wurde am 12. Mai 1918 das Eiserne Kreuz II. Klasse verliehen. 

1933 wurde Feodor Katz als „Jude“ entlassen. Die Familie Katz wohnte vor dem 3. Juli 1933 in Düsseldorf in der Kölner Straße 31. Danach zogen sie wieder nach Mülheim an der Ruhr. Im Mai 1939 leistete Feodor Katz vier Wochen bei der Firma „Josef Heiser“, Kirdorfer Straße 15 in Mülheim an der Ruhr, für 24 RM in der Woche Zwangsarbeit. Seine Frau verstarb am 27. Januar 1940 und wurde auf dem Jüdischen Friedhof in Mülheim an der Ruhr begraben.
Von der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte in Berlin-Wilmersdorf erhielt Feodor Katz eine Rente in Höhe von 42,10 RM im Monat. Feodor Katz wohnte zuletzt in der Wilhelminenstraße 15.

Feodor Katz wurde am 26. Oktober 1941 von Mülheim an der Ruhr nach Düsseldorf gebracht und am nächsten Tag in das Ghetto von Litzmannstadt/Łódź deportiert. Er musste im Ghetto mit weiteren Deportierten im Zimmer 3 der Kollektivunterkunft Fischstraße 21 leben und wurde vom „Düsseldorfer Kollektiv“ für eine Beschäftigung als Schreiner vorgeschlagen. Im Dezember 1941 ist er in einer Liste mit Lohnzahlungen und Postanweisungen viermal mit dem Betrag 9,60 Mark aufgelistet. Allerdings wurde sein Name dreimal durchgestrichen und einmal mit dem Vermerk „Koffer gestohlen“ versehen. Am 27. November 1941 teilte er der Leitung des „Düsseldorfer Kollektivs“ den Sachverhalt sowie den Inhalt des gestohlenen Koffers mit.

Im Dezember 1941 verfasste Feodor Katz mehrere Postkarten an Bekannte in Mülheim an der Ruhr. Unter anderen schrieb er an Martha Eckstein, Bettina Arnfeld (Delle 29), Paul Meier (Eppinghoferstraße 133), Jenny Meier (Löhstraße 63) und Hugo Meier (Georgstraße 30). An Martha Eckstein schrieb er: „Liebe Martha. Vielen Dank für deine Anschrift und Grüße. Hat Mutter die Schiffskarte noch bekommen? Hoffe Dich gesund, ich bin es auch. Sorge mit für mein Lenekind, die anscheinend schlecht Post bekommt. Innige Grüße für Dich Lene auch H. Kann, Dein Feodor“.
Alle Postkarten sind undatiert und wurden nicht zugestellt. In einer der weiteren Postkarten berichtete Feodor Katz, dass er gesund sei, und bedankte sich bei Jenny Meier für eine Nachricht. 

Feodor Katz konnte sich von der „Aussiedlung“ mit dem IV. Transport am 7. Mai 1942 unter Hinweis auf seine militärischen Auszeichnungen zurückstellen lassen. Am 19. Mai 1942 zog er innerhalb des Ghettos in die Wohnung 12 in der Fischstraße 28 um. Feodor Katz verstarb am 9. Juni 1942 im Ghetto von Litzmannstadt/Łódź.

Sein Sohn Edgar überlebte und lebte später unter dem Namen Joubert in Paris.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf