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Gedenkbuch

Mildenberg, Norbert

Norbert Mildenberg stammte aus Aßlar im Kreis Wetzlar. Dort war er am 12. Juni 1894 als Sohn der Eheleute Hermann und Rosalie Mildenberg, geborene Oster, zur Welt gekommen. Er hatte noch zwei jüngere Brüder, Louis Mildenberg (geboren 1897) und Kurt (geboren 1901). Norbert Mildenberg kämpfte als Soldat im Ersten Weltkrieg. Am 10. Juni 1925 verstarb seine Mutter in der Anstalt von Dr. Herz in Bonn im Alter von 56 Jahren.

Wie sein verwitweter Vater Hermann Mildenberg und sein Bruder Louis lebte Norbert Mildenberg in den 1920er Jahren bereits in Düsseldorf. 1927 war er in der Königsallee 78 gemeldet. Am 19. März 1927 heiratete er in Gießen Trudel Siesel. Die Ehe wurde 1932 wieder geschieden. 

Norbert Mildenberg arbeitete als Kaufmann. 1927 inserierte er unter seinem Namen „Werkzeugmaschinen aller Art“. Er hatte eine Dependence in Berlin, Steglitzerstraße 66 und in Düsseldorf, Graf-Adolf-Straße 17. Für letztere waren als Inhaber Louis und Kurt Mildenberg eingetragen. Eine Zeitlang wohnte er auch bei seinem Bruder in Düsseldorf in der Hüttenstraße 25. Am 14. August 1928 verstarb sein Bruder Kurt Mildenberg. Der 27-jährige wurde auf dem neuen jüdischen Friedhof begraben.

Norbert Mildenberg zog am 16. April 1935 in die Graf-Adolf-Straße 102, zuletzt musste er in einem „Judenhaus“ in der Adersstraße 8 leben. Sein Bruder und sein Vater mussten nach der Pogromnacht 1938 ihre Wohnung in der Hüttenstraße 25 verlassen und zogen zusammen mit ihrer Haushälterin Jenny Hopp am 2. Februar 1939 in die Schützenstraße 39.

Norbert Mildenberg wurde am 27. Oktober 1941 von Düsseldorf in das Ghetto von Litzmannstadt/Łódź deportiert. Sein Bruder Louis Mildenberg wurde zusammen mit seiner Ehefrau Selma Winter und der Haushälterin Jenny Hopp mit dem nächsten Deportationstransport ins Ghetto Minsk deportiert. Daraufhin zog der 73-jährige Hermann Mildenberg in das Altersheim der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf. Am 24. November 1941 wurde ihm in einem Formschreiben mitgeteilt, dass sich „Herr Norbert Mildenberg, hier Fischstraße 15, Raum 8“ gesund befinde und dass Geldsendungen erlaubt seien. Norbert Mildenberg musste sich mit 63 weiteren aus Düsseldorf deportierten Juden das Zimmer 8 der Kollektivunterkunft Fischstraße 15 teilen. Über das „Düsseldorfer Kollektiv“ hatte er eine Brotkarte mit der Nummer 168665 erhalten. 

Im Ghetto gab er seinen Beruf mit Schlosser an. Am 18. Dezember 1941 notierte die Buchhaltung des „Düsseldorfer Kollektivs“ den Eingang von zweimal 9,60 Mark. Vielleicht hatte ihm sein Vater das Geld als Postanweisung geschickt. Die Summe wurde nur zu einem Drittel an Norbert Mildenberg ausgezahlt, den Rest erhielt das „Düsseldorfer Kollektiv“. Am 7. Januar 1942 wurden weitere Eingänge für ihn vermerkt, insgesamt 28,90 Mark.

Norbert Mildenberg konnte sich während der Mai-Deportationen 1942 von dem für ihn vorgesehenen IV. Transport zurückstellen lassen, da er ein Eisernes Kreuz II. Klasse aus dem Ersten Weltkrieg vorweisen konnte. Im Zuge der Auflösung der „Kollektive“ zog Norbert Mildenberg in die Wohnung 47 im Haus Fischstraße 21. Bis zum Oktober 1942 arbeitete er in der chemischen Wäscherei und wurde dann entlassen. Norbert Mildenberg musste am 21. Mai 1943 in das Krankenhaus des Ghettos eingeliefert werden. Er verstarb am 28. Mai 1943 im Ghetto von Litzmannstadt/Łódź.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf