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Gedenkbuch

Lilienthal, Lebrecht Friedrich

Am 4. Juli 1906 wurde Lebrecht Friedrich Lilienthal in Düsseldorf geboren. Seine Mutter Bertha Fuchs stammte aus Stadtlengsfeld. Sein Vater war der Rabbiner und Kantor Saul Lilienthal. Er war 1877 in Klein Jerutten im Kreis Ortelsburg zur Welt gekommen. Seine Eltern hatten am 14. Juni 1905 in Braunschweig geheiratet.
Lebrecht Friedrich hatte noch zwei jüngere Brüder: Felix und Theodor. Während des Ersten Weltkriegs befand sich die Familie in Posen.

Die Familie wohnte in Düsseldorf zunächst in der Grünstraße 6. Sein Vater Saul Lilienthal hatte 1897 den ersten Jugendverein in Deutschland gegründet. In Düsseldorf führte er als erster Kantor in der neu errichteten Synagoge den liberalen Gottesdienst ein und gründete den Synagogenchor.

1906 besaß die Familie bereits ein eigenes Haus in der Parkstraße 53 und wohnte in der Schützenstraße 31. Ab 1924 lebte die Wiesbaden. Dort wohnten sie in der Dotzheimerstraße 21. Lebrecht Lilienthal absolvierte eine kaufmännische Ausbildung. Einige Zeit verbrachte er in Berlin.

Im Juni 1934 emigrierte Lebrecht Lilienthal nach Amsterdam. Am 1. Juli 1936 heiratete er Judith Prins. Seine Frau war 1905 in Amsterdam zur Welt gekommen. Sie hatte Musik am Conservatorium in Amsterdam studiert. Die beiden wohnten seit dem 6. September 1938 in Amsterdam in der Slingerbeekstraat 26 II. Am 24. Mai 1940 wurde in Amsterdam die Tochter Marion Esther geboren.

Seit Juni 1939 lebten auch seine Eltern in Amsterdam. Sie bezogen zunächst eine Wohnung in der Slingerbeekstraat 28. Sein Bruder Felix Lilienthal war nach Montevideo emigriert. Dem Bruder Theodor war die Emigration nach Schweden geglückt.

Am 30. November 1941 schrieb seine Mutter Bertha Lilienthal aus Amsterdam an ihren Bruder nach Buenos Aires: „(…) Von uns kann ich G.s.D. berichten, dass wir unserem Alter entsprechend gesund sind u. zufrieden, wenns nur keine Veränderung gibt, wie bisher. Dasselbe gilt von Lebrecht und Juliette u. Marion, die sehr lieb ist.“

Bis zuletzt versuchte sein Vater Saul Lilienthal von Amsterdam aus die Emigration der gesamten Familie nach Palästina zu realisieren. Die Bemühungen waren jedoch vergeblich. Am 20. Juni 1943 wurde Lebrecht Lilienthal mit seiner Familie und seinen Eltern im Durchgangslager Westerbork interniert. Am 6. Juli 1943 wurden sie ins Vernichtungslager Sobibor deportiert und dort nach der Ankunft ermordet.

Sein Vater wurde am 14. September 1943 aus dem Lager Westerbork zunächst ins Lager Bergen-Belsen und von dort ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Von dort wurde er in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort am 30. Oktober 1944 ermordet.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf