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Gedenkbuch

Baer, Benjamin

Der Rechtsanwalt Dr. Benjamin Baer wurde am 21. Mai 1875 in Düsseldorf geboren. Seine Eltern waren Joseph und Jeanette Baer, geborene Hellwitz. Er hatte mindestens noch einen Bruder, Isaac Baer (1873-1936). Am 3. August 1903 heiratete er in Wetzlar Martha Sonnenberg. Sie war als Tochter des Kaufmanns Abraham Sonnenberg und dessen Frau Fanny, geborene Engel, am 5. März 1878 in Wetzlar zur Welt gekommen.

Das Ehepaar Baer bekam zwei Töchter: Luise (geboren 1907) und Katharina (Käthe) (geboren 1904). Die Familie wohnte seit 1908 in ihrem eigenen Haus in der Josephinenstraße 13. Das Haus in der Stadtmitte von Düsseldorf hatte Martha Baer mit in die Ehe gebracht. Die Töchter emigrierten zu Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft ins Ausland. Käthe Baer war Ärztin geworden und emigrierte 1935 in die Schweiz. Luise Baer meldete sich im Juni 1933 in die Niederlande ab.

Dr. Baer und seine Frau erlebten in der Pogromnacht vom 10. November 1938 die Zerstörung ihrer Wohnung. In einem Schreiben aus dem Jahr 1938 bezeichnet sich Dr. Benjamin Baer als Demokraten, der sich nach dem Ersten Weltkrieg der Deutschen Demokratischen Partei angeschlossen hatte. Dr. Benjamin Baer war noch bis zum 30. November 1938 als Anwalt bzw. „Rechtskonsulent“ beim Land- und Amtsgericht in Düsseldorf zugelassen. Nach dem Berufsverbot für Dr. Baer flüchtete das Ehepaar; es wurde am 2. Juni 1939 nach Amsterdam abgemeldet. Dort wohnten sie ab dem 13. Juni 1939 in der Johann van Eijkstraat 1. In diesem Haus wohnte seit März 1939 ihre Tochter Luise Baer. Im Dezember 1940 zogen Benjamin und Martha Baer in die Noorder Amstellaan 183 in Amsterdam. Ihrer Tochter Luise gelang Ende 1940 die Einreise nach Großbritannien.

Nach dem Einmarsch der Deutschen Wehrmacht im Mai 1940 war das Ehepaar Baer der nationalsozialistischen Judenverfolgung erneut ausgeliefert. Am 21. Januar 1943 verhaftet, internierte man sie im „Judendurchgangslager“ Westerbork. Von dort wurden Benjamin und Martha Baer am 2. Februar 1943 in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert und ermordet.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf