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Gedenkbuch

Katzenstein, Grete

geb. Oppenheim

Am 17. Oktober 1903 kam Grete Oppenheim als Tochter des Kaufmanns Gustav Oppenheim und dessen erster Frau Minna, geborene Frank, in Düsseldorf zur Welt. Ihr Mutter verstarb knapp einen Monat nach ihrer Geburt. Sie wurde nur 24 Jahre alt.
Ihr Vater Gustav Oppenheim heiratete 1905 Sara Siegel aus Mosbach. Grete bekam am 14. November 1906 noch den Stiefbruder Alfred. Die Familie wohnte seit 1918 im eigenen Haus in der Reichsstraße 69 in Düsseldorf. 

Am 2. Dezember 1924 heiratete Grete Oppenheim den kaufmännischen Angestellten Salli Katzenstein (geboren 1894 in Frankenberg, Waldeck). Sie meldeten sich an diesem Tag aus Düsseldorf nach Frankenberg ab. Später lebte Grete Katzenstein mit ihrem Mann wieder in Düsseldorf. Am 7. Juli 1926 wurde ihr Sohn Rafael in Düsseldorf geboren. Am 17. September 1928 folgte der zweite Sohn. Sie nannten ihn Josef.

Am 30. Juni 1932 zog Grete Katzenstein mit ihrem Mann und den beiden Kindern wieder bei ihren Eltern im Haus Reichsstraße 69 ein. Auch ihr Bruder Alfred Oppenheim wohnte wieder im Elternhaus.
Ihre Ehe mit Salli Katzenstein wurde im Juni 1935 rechtskräftig geschieden. Am 11. Februar 1935 zog Grete Katzenstein alleine zur Neusser Straße 68. Ihr  geschiedener Mann heiratete am 13. Juli 1935 ein zweites Mal. Am 22. Juli 1935 wurde im Hausbuch Reichsstraße der Einzug von Salli Katzenstein mit seiner neuen Frau Johanna Brussler (1903 in Mönchengladbach) und den beiden Söhnen Rafael und Josef eingetragen. Am 17. Februar 1936 wurden Salli und Johanna Katzenstein nach Brüssel, Belgien, abgemeldet. Die Flucht hatte vermutlich mit der Widerstandsaktivität von Salli Katzenstein für die KPD zu tun. Zusammen mit Gretes Bruder Alfred Oppenheim hatte er die KPD logistisch unterstützt. Dies war auf jeden Fall die Annahme der Gestapo. Am 2. Juni 1935 war Alfred Oppenheim von der Gestapo verhaftet worden. 

Die Flucht ihres geschiedenen Manns ins Ausland wurde möglicherweise Grete Katzenstein zum Verhängnis. Die Gestapo verhaftete nun sie, weil sie sich von ihr wichtige Informationen über die Widerstandskontakte ihres geschiedenen Ehemanns erhoffte. Im November 1936 befand sich Grete Katzenstein immer noch in Haft. Am 31. Dezember 1936 kam sie bei einem angeblichen Suizid im Gefängnis in Bochum ums Leben.

Ihre beiden Söhne wurden am 1. März 1937 nach Argentinien abgemeldet. Ihr geschiedener Mann starb 1965 in Buenos Aires, Brasilien.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf