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Gedenkbuch

Lubascher, Helene

geb. Schwarz

Am 2. November 1892 kam Helene Schwarz in Unna im Kreis Hamm als Tochter von David Schwarz und Auguste Schwarz, geborene Bähr, zur Welt. Ihr Vater arbeitete als Bierkutscher. Helene hatte noch einen Bruder, Otto Schwarz (18.10.1889 Unna – Sept. 1942 Kulmhof [Chełmno]). Ihre Schwester Hedwig Schwarz (1894 Unna – 1973 USA) konnte in der NS-Zeit von Aachen in die USA emigrieren.

Helene Schwarz heiratete 1925 Paul Lubascher (28.03.1889 Bernburg – 16.10.1941 Düsseldorf). Am 31. Dezember 1926 kam ihr Sohn Kurt Bruno in Solingen zur Welt. Helene Lubascher und ihr Mann waren seit 1925 in der Gastronomie tätig. Seit 1928 hatten sie in Düsseldorf in der Grafenberger Allee 78 ein Restaurant und eine kleine Pension gepachtet. Dort residierte die jüdische Loge in Düsseldorf. Helene Lubascher kümmerte sich neben der Arbeit in ihrem Restaurant auch um den Haushalt der Familie. Sie machte kleinere Näharbeiten auf einer Nähmaschine, die sie sich von Elise Hammer aus der Grimmstraße 36 ausgeliehen hatte.
Ende April 1938 mussten Helene Lubascher und ihr Mann ihre Pacht in der Grafenberger Allee 78 aufgeben. Sie übernahmen am 1. Mai 1938 einen ähnlichen Betrieb in der Steinstraße 60. Nach der Übernahme des Betriebs in der Steinstraße schaltete das Ehepaar Lubascher eine Anzeige im Jüdischen Gemeindeblatt für den Synagogenbezirk Essen, Nr. 17, am 29. April 1938: „Hierdurch erlauben wir uns mitzuteilen, daß wir Fremdenheim und Pension Winter, Düsseldorf, Steinstr. 60 übernommen haben. Neueröffnung Donnerstag, den 5. Mai. Es wird unser Bestreben sein, das uns bisher durch unsere Gäste geschenkte Vertrauen zu erhalten und bitten um geneigten Zuspruch. Wir empfehlen weiterhin unsere gepflegte und reichhaltige Küche. Räume für Familienfestlichkeiten und Gesellschaften stehen renoviert zur Verfügung. Paul Lubascher und Frau.“

Die Pension und ihre Wohnung wurden in der Pogromnacht 1938 teilweise zerstört. Am 19. September 1939 wurde Helene Lubascher von der Gestapo bezüglich einer Anklage gegen Siegmund und Hertha Brünell vernommen. Zuletzt musste sie in Düsseldorf Zwangsarbeit leisten, ihr Arbeitsbuch hatte die Nummer 169/78652.

Als sie im Oktober 1941 die Aufforderung erhielten, sich für die Deportation am 27. Oktober 1941 bereitzuhalten, beging ihr Mann Paul Lubascher am 16. Oktober 1941 Suizid. Helene Lubascher und ihr Sohn Kurt Bruno wurden am 27. Oktober 1941 von Düsseldorf in das Ghetto von Litzmannstadt/Łódź deportiert. Dort mussten sie in das Zimmer 9 der Kollektivunterkunft Fischstraße 15 einziehen. 

Helene Lubascher hatte im Ghetto eine Arbeitsstelle in einer Küche gefunden, musste sich aber am 4. Januar 1942 in ein Krankenhaus des Ghettos einliefern lassen. Am 5. Mai 1942 schrieben sowohl sie als auch ihr Bruder Otto Schwarz an die „Aussiedlungskommission“ des Amtes für Eingesiedelte. Darin wiesen sie auf die Arbeitsstellen von Otto Schwarz in der chemischen Reinigungs- und Waschanstalt und von Kurt Lubascher im Tischlerressort hin. Helene Lubascher und ihr Sohn konnten sich so vom V. Transport am 8. Mai 1942 zurückstellen lassen. 

Nach der Auflösung der Kollektivunterkünfte (Mitte Mai 1942) konnten sie am 19. Mai 1942 innerhalb des Ghettos mit insgesamt sechs Personen in ein Zimmer der Wohnung 24 in der Fischstraße 7 umziehen. Am 27. Juni 1942 zogen Helene Lubascher und ihr Sohn zu zweit in ein Zimmer der Wohnung 3 in der Fischstraße 13. Helene Lubascher wurde am 7. September 1942 aus dem Ghetto von Litzmannstadt/Łódź gebracht und in Chełmno ermordet.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf