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Gedenkbuch

Hammer, Elise

geb. Silberstein

Elisabeth (Elise) Silberstein kam am 31. August 1862 als zweites Kind von Heinrich Silberstein (1827-1882) und seiner Frau Philippine Feigel Silberstein (1837-1914), geborene Joachimsohn, in Breslau zur Welt. Sie hatte mit Felix (1861-1915) einen älteren Bruder. Es folgten die jüngeren Geschwister Martin (1864-1915), Olga (1865-1940) und Paul Arthur (1870-1946).

Elise Silberstein heiratete den aus Oberschlesien stammenden Kaufmann Heinrich Hammer (1848-1909). Die Eheleute lebten in Düsseldorf, wo Elises Ehemann Heinrich das Schuhgeschäfts E. Juppen Nachfolger gekauft hatte. Sie wohnten in einer Wohnung in der ersten Etage auf der Elberfelder Straße 8 und bekamen mit Emmy Rosalie (1887-1986), Otto (geboren 1889), Frieda (1892-1987) und Georg (1893-1963) vier Kinder.

Elises Kinder gründeten eigene Familien und sie wurde Großmutter von sechs Enkelkindern. Ihre älteste Tochter Emmy Rosalie heiratete den aus Wesel stammenden Albert Günther und bekam mit Lilly (1909-2005) und Hans Heinrich (1912-1940) zwei Kinder. Elises jüngere Tochter Frieda heiratete den in Krefeld geborenen Albert Goldstein. Mit Margot (geboren 1915 in Krefeld) und Liselotte (geboren 1918) bekam das Ehepaar zwei Töchter. Ihr Sohn Otto heiratete Alice Hirsch und das Ehepaar bekam mit Jutta (geboren 1922) und Peter (geboren 1924) ebenfalls zwei Kinder.

Am 31. Dezember 1909 verstarb Elises Ehemann Heinrich im Alter von 61 Jahren. Er wurde auf dem alten jüdischen Friedhof begraben. Das Schuhgeschäft E. Juppen Nachfolger wurde nun von Elises Sohn Otto weitergeführt, der mit seiner Familie auf der Schuhmannstraße 61 wohnte. Otto Hammer führte noch weitere Schuhgeschäfte in der Stadt. Ihm und seiner Familie gelang 1936 die Emigration. Elises Enkeltochter Jutta erinnerte sich in einem Interview vom 3. März 1999, dass ihr Vater das Schuhgeschäft vor der Emigration an seinen Geschäftsführer Paul Prange verkauft hatte.

Während Elise Hammer auch nach dem Tod ihres Mannes in Düsseldorf blieb, gelang neben ihrem Sohn Otto auch ihren Kinder Emmy Rosalie, Frieda und Georg die Emigration.

Georg Hammer, der als Händler gearbeitet hatte, konnte in die Dominikanische Republik emigrieren, während die Tochter Emmy Rosalie mit ihrer Familie wohl nach Frankreich emigriert war. Elises Enkelkind Hans Heinrich wurde in die französische Fremdenlegion eingezogen, erkrankte während seines Dienstes in Marokko an Tuberkulose und starb am 12. Dezember 1940 in einem Krankenhaus in Marseille.

Elises Tochter Frieda Goldstein war in die USA emigriert, das genaue Datum ist jedoch unbekannt.

Die verwitwete Elise Hammer wohnte von mindestens 1927 bis 1936 auf der Paulusstraße 9 und war ein geschätztes Mitglied der jüdischen Gemeinde. Zu ihrem 70. Geburtstag im Jahr 1932 wurde ihr in einem Beitrag in der Gemeindezeitung gratuliert. Um 1937 zog sie in die Rethelstraße 148. Von dort zog Elise Hammer am 11. Oktober 1938 zur Untermiete in ein sogenanntes Judenhaus auf der Steinstraße 60. Von hier zog sie am 6. September 1939 in ein anderes Judenhaus auf der Grimmstraße 36. Zu diesem Zeitpunkt war Elise bereits 77 Jahre alt.

Am 21. Juli 1942 wurde die fast 80-jährige Elise Hammer von Düsseldorf aus in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo sie am 2. März 1944 verstarb. Es sind keine weiteren Quellen überliefert, die über die Todesumstände Auskunft geben.

Autorin: Frederike Krenz, Förderkreis der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf