Gedenkbuch

Waller, Hermann

Der am 26. Februar 1867 in Düsseldorf geborene Hermann Waller war das erste Kind der Eheleute Benjamin und Wilhelmine Waller, geborene Simson. Seine Eltern hatten am 25. Oktober 1865 in Wülfrath geheiratet. Hermann hatte elf Geschwister: Clara (1868 -1877), Moritz (1870-1870), Janette (geboren am 28. November 1871), Siegfried (1873 – 26. Juni 1926 Berlin), Louis (geboren 1875), Carl (geboren 1876), Hugo (1878-1955 Brüssel), Hedwig (1881-1943 Lüttich), Gustav (1882-1883), Ferdinand (1885 – 1942 Vernichtungslager Kulmhof) und Alfred (1887-1888). Vier Geschwister verstarben als Babys oder Kleinkinder, so wuchs Hermann Waller mit acht Geschwistern auf.

Sein Vater Benjamin Waller (1836 Ratingen – 1904 Düsseldorf) arbeitete als Pferdehändler in Düsseldorf. Schon sein Vater Hermann Waller hatte als Pferdehändler gearbeitet.
Sein Vater verstarb am 21. August 1904 in Düsseldorf im Alter von 69 Jahren. Knapp zehn Jahre später verstarb seine Mutter am 15. Januar 1914 in Düsseldorf. Sie hatte zuletzt in der Graf-Adolf-Straße 61 gewohnt. Sie wurde neben ihrem Ehemann auf dem Alten Jüdischen Friedhof in Düsseldorf an der Ulmenstraße begraben.

Hermann Waller wohnte mit seiner ledigen Schwester Janette, genannt Jenny, in der Lindenstraße 198. Hier erlitten sie die beständige Zunahme der Diskriminierung jüdischer Bürgerinnen und Bürger während der NS-Zeit. Ob sie auch ein Opfer der Überfälle während des Novemberpogroms 1938 geworden sind, ist nicht bekannt.

Am 27. April 1942 musste der 74-jährige Hermann Waller zusammen mit seiner Schwester in die Kurfürstenstraße 59 umziehen. Knapp drei Monate wohnten sie dort. Dann wurden sie am 21. Juli 1942 von Düsseldorf in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Mit diesem Transport wurde auch sein Bruder Bernhard und seine Schwägerin Elsa Anna Waller deportiert. Hermann Waller konnte jedoch nicht mit ihnen zusammenbleiben. Er und seine Schwester Jenny wurden bereits am 26. September 1942 aus dem Ghetto Theresienstadt in das Vernichtungslager Treblinka deportiert und dort nach der Ankunft ermordet.

Seine Schwägerin verstarb am 25. Februar 1944 im Ghetto Theresienstadt. Sein Bruder Bernhard Waller wurde aus dem Ghetto am 15. Mai 1944 in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert und ermordet.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf