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Gedenkbuch

Seligmann, Lydia

geb. Jacoby

Lydia Jacoby wurde am 23. Mai 1892 in Bochum geboren. Ihre Eltern waren Moritz und Helene Jacoby, geborene Herz. Sie hatte noch drei Geschwister: Louis Jacoby (geboren 1876), Edwin Jacoby (geboren 1880) und ihre Schwester, Elsie, die 1889 zur Welt gekommen war. 

Lydia Jacoby heiratete den Kaufmann Moritz Seligmann aus Essen-Kettwig (1887-1939). Am 7. Juni 1926 kam in Düsseldorf ihre Tochter Helene zur Welt. Im Familienkreis wurde sie Leni genannt. 

Die drei wohnten in einer 5-Zimmer-Wohnung im Haus Bankstraße 45. Hier wurden sie im Zuge des Pogroms 1938 überfallen. Lydias Schwester Elsie Hollander gab nach dem Krieg zu Protokoll: „In jener Kristallnacht war mein Schwager nicht zu Hause, als man alles in der Wohnung zerschlug. Schreib- und Nähmaschine, Wäsche und Öfen auf die Straße warf, Spiegel und kostbare Porzellane zertrümmerte, Gemälde, darunter das Bild meines Großvaters von Prof. Achenbach gemalt, kreuz und quer zerschnitten. Als mein Schwager heimkam und sah den furchtbaren Zustand, brach er bewusstlos zusammen.“ 

Am 8. November 1939 starb Moritz Seligmann in Düsseldorf. Er wurde nur 52 Jahre alt. Er wurde auf dem neuen jüdischen Friedhof an der Ulmenstraße begraben. Lydia Seligmann blieb nun allein mit ihrer damals 13-jährigen Tochter. Am 18. Oktober 1941 mussten sie ihre Wohnung verlassen und in ein Zimmer in der Graf-Recke-Straße 145 ziehen. Aus diesem „Judenhaus“ wurden sie am 10. November 1941 über den Güterbahnhof Düsseldorf-Derendorf in das Ghetto Minsk deportiert. Sie haben nicht überlebt.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf