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Gedenkbuch

Daniel, Berta

geb. Pelz

Am 9. Juni 1882 wurde Berta Pelz in Mainz als Tochter von Wilhelm und Johannette Pelz, geborene Lion, geboren. Sie hatte noch eine Schwester, Emma Pelz, die 1885 in Hagen zur Welt kam. Dorthin waren ihre Eltern kurz nach Bertas Geburt gezogen. Ihr Vater arbeitete als Kaufmann. Eine weitere Schwester war Hedwig Eulau, geborene Pelz (geboren 1889 in Hagen). Ihr Bruder Martin Pelz wurde 1887 in Hagen geboren.

Berta Pelz heiratete am 21. November 1910 in Frankfurt am Main den gebürtigen Elberfelder Ewald Daniel. Auf der Hochzeitsurkunde wurde vermerkt, dass ihr Mann das von Berta 25. Juli 1910 in Berlin geborene Kind Elwira Johanna als sein eigenes anerkennt. Leider verstarb das kleine Mädchen am 28. Dezember des gleichen Jahres in Berlin. Berta Daniel zog später mit ihrem Mann nach Düsseldorf. Als Hausfrau sorgte sie sich um ihre Tochter Charlotta, die bereits am 2. Juni 1906 in Elberfeld zur Welt gekommen war. Berta Daniels Ehemann wurde am 14. August 1914 als Soldat im Ersten Weltkrieg getötet. Er wurde nur 26 Jahre alt.

In den folgenden Jahren war die Witwe Berta Daniel unter wechselnden Adressen in Düsseldorf gemeldet, u.a. in der Hüttenstraße 25, der Merowinger Straße 28, der Remscheider Straße 1 und der Hildebrandtstraße 10. In Berta Daniels Geburtsurkunde wurde am 10. Juni 1939 vermerkt, dass sie den jüdischen Zwangsnamen „Sara“ angenommen hat. Ab dem 1. November 1940 bewohnte Berta Daniel zwei Räume in der Grafenberger Allee 129.

Am 27. Oktober 1941 wurde sie in das Ghetto von Litzmannstadt/Łódź deportiert. Dort lebte sie zunächst mit weiteren 54 Personen im Zimmer 4 der Kollektivunterkunft Fischstraße 15. Ihre in Düsseldorf ausgestellte Kennkarte trug die Nummer A 04646. Im Ghetto erhielt Berta Daniel die Reg.-Nr. 34230 und die Brotkartennummer 168218. Berta Daniel empfing zunächst auch im Ghetto eine Hinterbliebenen-Fürsorgerente in Höhe von 89,83 Mark monatlich vom Kriegsversorgungsamt Düsseldorf. Diese Zahlungen wurden aber spätestens im März/April 1942 eingestellt. Außerdem wurde für sie am 8. Januar 1942 der Eingang von 9,60 Mark vermerkt.

Berta Daniel lernte im Ghetto den verwitweten Alexander Berger aus Wuppertal kennen. Dieser erreichte für sich und seine „Braut“ die Rückstellung von den Deportationen im Mai 1942 mit dem Hinweis auf seine Verdienste im Ersten Weltkrieg. Am 3. Juni 1942 zogen sie zusammen in die Bierstraße 12, Wohnung 5. Zwischenzeitlich wohnte Berta Daniel auch in der Königsberger Straße 34, wie sie auf ihrer Anmeldekarte am 4. Juni 1942 vermerkte. Während der „Sperre“ wurde Berta Daniel im September 1942 aus dem Ghetto von Litzmannstadt/Łódź in das Vernichtungslager Chełmno gebracht und dort ermordet.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf