Gedenkbuch

Grünewald, Eduard

Der Kaufmann Eduard Max Grünewald kam am 14. März 1871 als Sohn von Salomon Grünewald und seiner Frau Auguste Grünewald, geborene Gottschalk, in Düsseldorf zur Welt. 1873 wurde Eduards Schwester Emma geboren. Zu dieser Zeit wohnte die Familie in der Benrather Straße. Es folgten die Schwestern Anna (geboren 1876) und Hedwig (geboren 1879). Zum Zeitpunkt der Geburt seiner Schwester Anna wohnte die Familie auf der Friedrichstraße.  

Eduards Eltern wohnten zuletzt in Wuppertal Elberfeld, wo am 8. Mai 1892 seine Mutter Auguste verstarb. Sein Vater Salomon Grünewald starb am 1. Mai 1908. Beide wurden auf dem jüdischen Friedhof am Weinberg begraben.

Der unverheiratete Eduard Grünewald lebte in Düsseldorf und wohnte hier mit seiner Schwester Emma Kirschbaum, geborene Grünewald, und deren Familie auf Pionierstraße 24. Am 6. Oktober 1916 ziehen Eduard Grünewald und die Familie seiner Schwester in die zweite Etage des Hauses Deichstraße 16. Am 5. November 1925 verstirbt sein Schwager Jakob Kirschbaum und seine Schwester Emma muss allein für die zwei Kinder sorgen.

Am 14. April 1932 zog Eduard Grünewald mit seiner verwitweten Schwester Emma Kirschbaum in die Fischerstraße 55. 1936 zogen auch seine Schwester Hedwig Sassen, geborene Grünewald, und ihr Mann Salomon Sassen aus Neuss zu ihnen. 

Eduard Grünewald wurde 1938 aufgrund seines Vermögens von „über 100.000 RM“ und wegen seiner Mitgliedschaft im UOBB in der „Nachweisung über einflußreiche Juden im Bereich der Staatspolizeistelle Düsseldorf. Ausländische Staatsangehörige“ aufgeführt.

Aus der Wohnung auf der Fischerstraße zogen Eduard Grünewald, seine Schwestern Emma und Hedwig sowie sein Schwager Salomon 1939 auf die Steinstraße 82. Möglicherweise war der Umzug eine Folge der Überfälle während der Novemberpogrome 1938, die für die Fischerstraße 32 und 43 belegt sind. Das Haus Steinstraße 82 gehörte Ludwig Cahn aus Orsoy. Dessen Mutter war vermutlich eine Schwester von Eduards Mutter Auguste Grünewald, geborene Gottschalk. Ludwig Cahn, dem auch das Haus auf der Grupellostraße 8 gehörte, wurde am 10. November 1941 nach Minsk deportiert. 

Aus der Steinstraße zogen Eduard Grünewald, seine Schwestern und sein Schwager in die Grupellostraße 8, wo ihr Einzug für den 23. Januar 1942 dokumentiert wurde. Hier wohnten sie als Untermieter der Familie Moser, mit denen sie zuvor bereits in der Steinstraße 82 gewohnt hatten. Rosalie Moser war eine geborene Cahn aus Orsoy und ebenfalls mit ihnen verwandt.

Am 21. Juli 1942 wurden der 71-jährige Eduard Grünewald, seine Schwester Emma, seine Schwester Hedwig und sein Schwager Salomon Sassen von Düsseldorf aus in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Im Ghetto verstarb Eduard Grünewald nur zwei Monate später am 3. September 1942. Auf der Todesfallanzeige wurde eine Herzschwäche als Todesursache vermerkt. Zuvor war Eduard Grünewald an einer Lungenentzündung erkrankt. Seine Schwester Emma Kirschbaum war kurze Zeit zuvor am 17. August 1942 verstorben.

Eduards Schwester Hedwig Sassen und ihr Mann Salomon wurden am 21. September 1942 aus dem Ghetto Theresienstadt in das Vernichtungslager Treblinka deportiert und dort ermordet.

Autorin: Frederike Krenz, Förderkreis der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf