Sie haben die richtige Internetadresse für das Gedenkbuch der Landeshauptstadt Düsseldorf zur Erinnerung an die jüdischen Opfer 1933 – 1945 aufgerufen.
Die Seiten sind optimiert für den Abruf mit einem Tablett oder einem Computer.
Vielen Dank für Ihr Verständnis



You have accessed the correct internet address for the memorial book of the state capital Düsseldorf in memory of the Jewish victims from 1933 to 1945.
The pages are optimized for viewing with a tablet or computer.
Thank you for your understanding.

Bitte drehen Sie Ihr Gerät ins Querformat

Gedenkbuch

Frank, Jakob

Am 11. Mai 1901 kam in Kirchberg Jakob Frank zur Welt. Seine Eltern waren Isidor und Katharina (Kätchen genannt) Frank, geborene Hanauer. Sein Vater war am 14. Februar 1876 in Kirchberg geboren worden, seine Mutter am 11. Januar 1871 in Gemmingen bei Heilbronn.

Jakob hatte noch einen Bruder: Wilhelm wurde am 16. Juni 1903 geboren. Die Schwester Rosine, Rosie genannt, kam als letztes Kind der Familie am 9. Dezember 1911 in Kirchberg zur Welt. Die Familie wohnte in Kirchberg in der Simmerner Straße 3.

Später zog die gesamte Familie nach Düsseldorf. Jakob Frank heiratete Flora Wolf aus Zell an der Mosel. Dort war seine Frau am 2. März 1895 als Tochter von Albert und Helene Wolf, geborene Leib, zur Welt gekommen. 

Jakob Frank arbeitete als Vertreter. Das Ehepaar blieb kinderlos. Sie wohnten in der Mecumstraße 26. 1935 zogen aus Zell an der Mosel seine Schwiegereltern und ihr Schwager Erich Wolf (geboren 1909) zu ihnen nach Düsseldorf. Später zogen sie mit ihnen in die Kölner Straße 351. Dort wohnte dann auch sein Schwager Erich Wolf bis zu dessen Emigration 1939 nach Großbritannien.

Im Zuge des Pogroms wurde Jakob Frank am 10. November 1938 in seiner Wohnung in der Kölner Straße verhaftet und am 16. November 1938 in das Konzentrationslager Dachau überführt. Seine Frau beauftragte den Düsseldorfer Rechtsanwalt Dr. Max Mendel die Entlassung aus der Haft zu beantragen. Dies tat er mit einem Schreiben an die Gestapo am 5. Dezember 1938. Dr. Mendel sorgte zusätzlich für einen Antrag auf Erstellung eines Reisepasses zur Auswanderung. Am 12. Januar 1939 wurde Jakob Frank aus dem KZ Dachau entlassen.

Das Ehepaar Frank hatte bereits Vorbereitungen getroffen, um auszuwandern. Sie hatten die Zusage, nach Trinidad einreisen zu können. Dafür hatten sie bereits Schiffskarten erstanden. Doch am 11. August 1939 teilte ihnen die jüdische Beratungsstelle mit, dass Trinidad inzwischen auch gesperrt sei. Da ihre Wartenummer für USA zu hoch war, flüchtete Jakob Frank mit seiner Frau am 21. August 1939 zunächst nach Antwerpen. 

Als Belgien im Zuge des Zweiten Weltkrieges im Mai 1940 von der Deutschen Wehrmacht überfallen wurde, wurde Jakob Frank mit anderen jüdischen Emigranten im Internierungslager Saint Cyprien in Frankreich festgehalten. Von dort kam er in das Durchgangslager Drancy bei Paris. Von dort wurde Jakob Frank am 14. August 1942 mit dem 19. Transport aus dem Sammellager Drancy in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Er wurde nach der Ankunft zunächst ins Lager aufgenommen. Sein Tod wurde einen Monat später, am 14. September 1942, in den Sterbebüchern des Vernichtungslagers notiert. 

Seine Frau war aus dem Krankenhaus des Internierungslagers Les Milles im Waggon 22 nach Drancy gebracht worden. Sie wurde, getrennt von ihrem Mann, mit dem 21. Transport am 19. August 1942 nach Auschwitz deportiert und sofort nach der Ankunft ermordet. 

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf