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Gedenkbuch

Schott, Elfriede

geb. Winter

Elfriede Winter wurde am 6. März 1889 in Glehn im Kreis Neuss geboren. Sie war eine von drei Töchtern der Eheleute Aron und Billa Winter, geborene Roesberg. Ihre Schwestern Helene Heilbronn, geborene Winter (1884-1942) und Klara Winter (geboren 1886) lebten auch in Düsseldorf. Ihre Brüder Josef und Leopold Winter starben als Soldaten im Ersten Weltkrieg.

Sie und ihr Mann Siegfried Schott arbeiteten als Schneider. Gemeinsam zogen sie ihre am 25. April 1931 geborene Tochter Hanna Bella in Düsseldorf groß. Die Familie Schott wohnte in der Steinstraße 74. 

Ihr Mann Siegfried Schott wurde während der Pogromnacht am 10. November 1938 verhaftet und im Polizeigefängnis Düsseldorf inhaftiert, danach wurde er vom 16. November bis zum 7. Dezember 1938 im Konzentrationslager Dachau in „Schutzhaft“ festgehalten. Während ihr Mann im KZ Dachau war, bemühte sich Elfriede Schott um seine Freilassung und schrieb am 29. November 1938 einen Brief an die Geheime Staatspolizei.

Nach dieser einschneidenden Erfahrung bemühte sich das Ehepaar Schott um eine Emigration. Als Ziele erwogen sie den Fernen Osten oder Norwegen, da dort Schneider gebraucht wurden. Letztlich gelang ihnen die Ausreise aus Deutschland aber nicht mehr. 

Am 17. Februar 1939 zog die Familie Schott in die Gartenstraße 112 um. Ein Zimmer dieser Wohnung stellten sie einem Untermieter zur Verfügung. Da dem Ehepaar Schott seit dem 1. Januar 1939 durch Verordnungen der Nationalsozialisten die Möglichkeit genommen war, ihren eigenen Betrieb fortzuführen, musste Elfriede Schott 1941 eine Zulassung als Näherin für Ausbesserungsarbeiten beantragen, die ihr aber verwehrt blieb. 

Elfriede Schott wurde am 27. Oktober 1941 zusammen mit ihrem Mann und ihrer Tochter sowie ihrer Schwester Helene Heilbronn von Düsseldorf in das Ghetto von Litzmannstadt/Łódź deportiert. Dort wurden sie im Zimmer 1 der Kollektivunterkunft Fischstraße 15 untergebracht.

Im Ghetto von Litzmannstadt/Łódź erhielt Elfriede Schott im Dezember 1941/Januar 1942 eine Zahlung über 9,60 Mark. Davon führte sie zwei Drittel als Beitrag an die Solidargemeinschaft des „Düsseldorfer Kollektivs“ ab. Von den Deportationen im Mai 1942 war die Familie Schott nicht betroffen. Sie konnten nach der Auflösung der Kollektivunterkünfte am 19. Mai 1942 in die Wohnung 1 in der Bierstraße 7 umziehen. 

Elfriede Schott wurde zusammen mit ihrer Tochter im September 1942 aus dem Ghetto von Litzmannstadt/Łódź nach Chełmno gebracht und ermordet. 

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf