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Gedenkbuch

Birnbach, Reisel Laja

geb. Weinmann

Reisel Laya Weinmann wurde am 18. Februar 1895 in Sokołów, Galizien, geboren. Sie heiratete den Kaufmann Leib (Leo) Jehuda Birnbach (geboren 1892 in Wulka, Galizien). 1913 wanderte das Paar zunächst nach Deutschland aus, lebte dann einige Jahre in den Niederlanden und kehrte 1920 nach Deutschland zurück.

Am 5. Juni 1920 wurde Lotti Liebe als erste der vier Töchter in Düsseldorf geboren. Ihre Schwestern Itta (geboren am 5. Juni 1921), Hella (geboren am 23. März 1925) und Pescha (geboren am 24. Dezember 1927) kamen ebenfalls in Düsseldorf zur Welt. Die Familie wohnte im Haus Rathausufer 18. Das Ehepaar Birnbach war Eigentümer von zwei weiteren Häusern: Das eine stand in der Oberbilker Allee 106 und das andere in der Duisburger Straße 103.

Ihr Mann Leib (Leo) Birnbach handelte mit Nähmaschinen, Weißwaren und Kleidung und bot auch eine Reparaturwerkstätte für Nähmaschinen an. Er starb am 22. Januar 1928 und wurde auf dem Friedhof der orthodox-jüdischen Gemeinschaft Adass Israel in Düsseldorf-Gerresheim begraben. Danach zog Reisel  Birnbach mit den vier Töchtern in das Haus auf der Duisburger Straße 103.

Als ehemals polnische Staatsbürger wurde die gesamte Familie am 28. Oktober 1938 ausgewiesen und an die deutsch-polnische Grenze in die Nähe des Ortes Zbąszyń, deutsch: Bentschen, deportiert. Von dort gelangten sie zu Verwandten nach Tarnów, wo ihre Tochter Lotti im März 1939 den ebenfalls in Düsseldorf geborenen Josef Tugendhaft heiratete. Ein Jahr später gelang dem jungen Ehepaar die Ausreise nach Shanghai.

Ihre Tochter Itta verließ mithilfe ihres Verlobten Jacob Schachna, der belgischer Staatsbürger war, Polen mit einem belgischen Visum und flüchtete im August 1941 nach Südfrankreich. Von dort erreichte sie Ende November 1941 Spanien und konnte von Barcelona ins rettende Kuba einreisen.

Reisel Laya Birnbach lebte von Anfang 1940 bis Juni 1942 mit ihren jüngeren Töchtern Hella und Pescha und zahlreichen Verwandten im Ghetto von Tarnów. Reisel Birnbach und ihre Tochter Pescha wurden von dort deportiert und im Vernichtungslager Treblinka ermordet. 

Ihre Tochter Hella Birnbach konnte aus dem Deportationszug fliehen und überlebte. Die Überlebenden fanden nach dem Krieg in Australien wieder zusammen.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf