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Gedenkbuch

Leib, Frieda

geb. Loeb

Frieda Leib, geborene Loeb, wurde am 8. März 1880 in Luxemburg geboren. Ihr Mann Gustav Leib stammte aus Solingen, wo er am 2. März 1870 zur Welt gekommen war.

1905 wurde in Metz die Tochter Emmi Alice geboren. 1906 zog das Ehepaar aus dem lothringischen Diedenhofen (Thionville) nach Homberg bei Moers.  Dort kam am 20. Januar 1907 die Tochter Hilde Johanna zur Welt. Es folgte am 20. Januar 1908 die Tochter Martha, und am 3. Mai 1909 der erste Sohn, Max Leib.

1910 zog die Familie nach Düsseldorf und wohnte in der Gartenstraße 109, der heutigen Bagelstraße 109. Frieda Leib und ihr Mann Gustav führten in Düsseldorf eine Schokoladen-Großhandlung. In Düsseldorf kam am 23. Oktober 1910 der Sohn Rudolf Leo zur Welt. Ihm folgten am 15. April 1912 die Zwillinge Walter und Edgar.

Am 3. Mai 1938 verstarb ihr Mann Gustav Leib in Düsseldorf. Frieda Leib inserierte in der Gemeindezeitung für den Synagogenbezirk Düsseldorf in der Ausgabe vom 7. Mai 1938: „Am 3. Mai verschied plötzlich und unerwartet mein geliebter Mann, unser guter Vater Gustav Leib im Alter von 68 Jahren. Im Namen aller Hinterbliebenen Frau Frieda Leib, geb. Loeb, und Kinder. Düsseldorf, Gartenstraße 109. Die üblichen Gebete finden Samstag, 20.45 Uhr und von Sonntag bis Dienstag 20 Uhr im Trauerhause statt.

Da ihre Kinder alle schon im Ausland waren, verließ auch Frieda Leib Düsseldorf. Sie emigrierte am 16 August 1938, drei Monate nach dem Tod ihres Mannes, nach Luxemburg. Nach dem deutschen Überfall auf Luxemburg wurden 1940 auch dort antijüdischen Gesetze eingeführt und die jüdische Bevölkerung Schritt für Schritt aus dem öffentlichen Leben ausgegrenzt. Von den Maßnahmen war auch Frieda Leib betroffen. 1941 musste sie sich als jüdische Bürgerin ins Kloster Fünfbrunnen, Ulflingen, begeben. Das Gebäude beherbergte nun ein „jüdisches Altersheim“. In Wirklichkeit hatte die Gestapo das Gebäude in ein Internierungs- und Sammellager umgewandelt. Alle Juden in Luxemburg wurden auf Anordnung der Geheimen Staatspolizei dorthin verlegt. Schnell war die Raumkapazität maßlos überschritten und es herrschten Enge und schlechte hygienische Verhältnisse. Die höchste Belegung erreichte Fünfbrunnen Ende 1941, als über 150 Menschen auf engstem Raum zusammengepfercht wurden. Ursprünglich war das Kloster für eine maximale Unterbringung von 50 Personen vorgesehen.

Am 16. Oktober 1941 wurden 334 Bewohnerinnen und Bewohner des Lagers ins Ghetto Litzmannstadt deportiert. Frieda Leib war von diesem Transport noch nicht betroffen, aber sicherlich tief beunruhigt. Frieda Leib erkrankte schwer im Internierungslager Fünfbrunnen. Die 61-Jährige wurde in die Franziskanerklinik in Luxemburg überführt, wo sie am 19. Juni 1942 verstarb.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf