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Gedenkbuch

Rosenstiel, Adele

geb. Jacobs

Am 22. Januar 1884 wurde Adele Jacobs in Hagen geboren. Sie zog am 9. Februar 1905 von Hagen nach Düsseldorf. Im gleichen Jahr heiratete sie Samuel Rosenstiel aus Schmieheim im Ortenaukreis. Wie das Amtsblatt für den Regierungsbezirk in seiner 66. Ausgabe des Jahres 1905 vermeldete, vereinbarten beide in einem Vertrag vom 22. Januar 1905 die Gütertrennung. Der Beruf ihres Mannes wird in dieser Meldung als „Reisender“ angegeben.

Am 28. Juni 1905 kommt in Düsseldorf der Sohn Kurt Josef zur Welt. Es folgt am 12. Mai 1906 die Tochter Lieselotte. Am 14. August 1909 wird die zweite Tochter Irma Rosenstiel geboren. Ab 1906 lebt die Familie in der Lorettostraße 28 und später in der Charlottenstraße 32/34.
In den 1920er Jahren wohnte Adele Rosenstiel mit ihrer Familie in der Kronprinzenstraße 62. In diesem Haus wohnte auch ihre spätere Bekannte Lina Aron, mit der sie auch im Ghetto von Litzmannstadt/Łódź zusammenleben sollte. Im Düsseldorfer Adressbuch von 1926 ist für das Untergeschoß Kronprinzenstraße 62 folgendes verzeichnet: „Rosenstiel, Samuel, Zweigbüro für Rheinland und Westfalen der Fachzeitschrift „Der Schuhmarkt“, „Ledermarkt“, „Schuhpost-Luxus und Bedarf“.“ Inhaber des Hauses war in dieser Zeit ein Josef Rosenstiel in Luxemburg. Es ist zu vermuten, dass dies ein Verwandter ihres Mannes war.

Am 5. Januar 1932 meldet sich ihr Sohn Kurt Josef Rosenstiel aus der elterlichen Wohnung nach Berlin ab. Während des Zweiten Weltkrieges befand er sich in Großbritannien. Ihre jüngste Tochter Irma wanderte im Mai 1936 nach New York aus. Auch ihrer Tochter Lieselotte lebte in den 1930er Jahren bereits in den Vereinigten Staaten.

Nach dem Tod ihres Ehemanns im August 1937 musste Adele Rosenstiel alleine für sich und ihre Kinder sorgen. Sie zog am 23. Dezember 1938 von der Kronprinzenstraße 62 in die Derendorfer Straße 47 um. Dort wohnte sie zur Untermiete.

Adele Rosenstiel wurde am 27. Oktober 1941 von Düsseldorf in das Ghetto von Litzmannstadt/Łódź deportiert. Dort musste sie mit weiteren Deportierten im Zimmer 4 der Kollektivunterkunft Fischstraße 15 wohnen. Sie konnte sich vom IV. „Aussiedlungstransport“ am 7. Mai 1942 zurückstellen lassen. Im Ghetto sind für sie zwei Umzüge überliefert, am 10. Juni 1942 in die Wohnung 2 in der Königsberger Straße 8 und zwischen dem 15. und 21. Juli 1942 in die Wohnung 13 in der Pfauenstraße 15. Adele Rosenstiel wurde im September 1942 während der „Sperre“ aus dem Ghetto gebracht und in Chełmno ermordet.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf