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Gedenkbuch

Frank, Rosa

geb. Joseph

Rosa Joseph wurde am 4. Januar 1878 in (Essen-)Kettwig an der Ruhr geboren. Ihre Eltern waren Jakob und Marianne Joseph, geborene Moses. Sie hatte fünf Geschwister. Rosa heiratete den Metzger Benedikt, genannt Benno, Frank. Ihr Mann war gebürtig aus Grimlinghausen, Kreis Neuss, wo er am 3. Juli 1875 zur Welt gekommen war. Zusammen zogen sie fünf Kinder groß. Am 15. Februar 1902 wurde in Düsseldorf das erste Kind geboren, die Tochter Irma. Am 3. Februar 1904 wurde der Sohn Erich Frank geboren. Tochter Helene kam am 14. Juni 1905 zur Welt. Ihr folgte Fritz (eigentlich (Hans Friedrich) am 24. September 1907. Und zuletzt als Nesthäckchen, folgte der Sohn Günter am 9. Januar 1922.

Die Familie wohnte in Düsseldorf in der Jahnstraße 28. Rosa und Benno Frank gehörte eine Metzgerei in Düsseldorf. Am 27. Februar 1930 verstarb Benno Frank und kurze Zeit später, am 12. Juli 1930, auch ihre Tochter Irma. Sie wurde nur 28 Jahre alt.
Ihre Tochter Helene heiratete am 6. Januar 1938 den 1895 geborenen Ernst Rychwalski. Am Tag ihrer Heirat meldeten sie sich nach Stettin ab. Zusammen mit ihrem Mann überlebte sie die NS-Zeit und wurde 1946 von der Jüdischen Gemeinde zu Berlin in einer Kartei der DPs (Displaced Persons) erfasst.

Seit dem 23. Mai 1941 lebte Rosa Frank mit ihren Söhnen Erich, Günther und Fritz sowie der Schwiegertochter Sophie in der Reichsstraße 69. Am 13. September 1941 erinnerte sie sich in einem Brief an ihre Kinder sehnsuchtsvoll an glücklichere Zeiten und schreibt: „Wie schön war es doch, wie wir noch alle zusammen waren am Abend, wenn der Vater sel. mit dir aus dem Gotteshaus kam, der Tisch feierlich gedeckt im Familienkreis und wie öde und leer ist es heute bei mir. Ich darf nicht denken.“

Rosa Frank wurde mit ihren drei Söhnen und ihrer Schwiegertochter am 27. Oktober 1941 von Düsseldorf in das Ghetto von Litzmannstadt/Łódź deportiert. Dort lebten sie zunächst im Zimmer 5 der Kollektivunterkunft in der Fischstraße 15. Rosa Frank erhielt im Dezember 1941/Januar 1942 eine Zahlung über 19,20 Mark. Davon führte sie zwei Drittel als Beitrag an die Solidargemeinschaft ab.

Rosa Frank stand auf keiner Transportliste vom Mai 1942 und bekam auch vom 7. bis zum 12. Mai 1942 alle Lebensmittelrationen ausgehändigt. Lediglich am 8. Mai 1942 wurden ihr keine Nahrungsmittel ausgegeben. Ihre Brotkartennummer lautete 168242. Am 17. Mai 1942 zog sie mit ihrer Familie innerhalb des Ghettos in die Wohnung 43 in der Mühlgasse 4 um. Rosa Frank wurde im September 1942 aus dem Ghetto von Litzmannstadt/Łódź „ausgesiedelt“ und im Vernichtungslager Chełmno ermordet.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf