Sie haben die richtige Internetadresse für das Gedenkbuch der Landeshauptstadt Düsseldorf zur Erinnerung an die jüdischen Opfer 1933 – 1945 aufgerufen.
Die Seiten sind optimiert für den Abruf mit einem Tablett oder einem Computer.
Vielen Dank für Ihr Verständnis



You have accessed the correct internet address for the memorial book of the state capital Düsseldorf in memory of the Jewish victims from 1933 to 1945.
The pages are optimized for viewing with a tablet or computer.
Thank you for your understanding.

Bitte drehen Sie Ihr Gerät ins Querformat

Gedenkbuch

Oppenheim, Alfred

Am 14. November 1906 kam Alfred Oppenheim als Sohn des Kaufmanns Gustav Oppenheim und dessen zweiter Frau Sara, geborene Siegel, in Düsseldorf zur Welt. Er hatte noch eine ältere Schwester, Grete. Sie war am 17. Oktober 1903 in Düsseldorf geboren worden. Gretes Mutter war knapp einen Monat nach der Niederkunft im Alter von 24 Jahren gestorben. Alfreds Vater, Gustav Oppenheim, hatte 1905 dann ein zweites Mal geheiratet. Die Familie Oppenheim wohnte seit 1918 im eigenen Haus in der Reichsstraße 69 in Düsseldorf. 

Alfred Oppenheim besuchte das Hindenburg-Gymnasium. Mit 17 Jahren begann er eine dreijährige landwirtschaftliche Ausbildung, da er vorhatte, nach Palästina auszuwandern. Als sich diese Pläne wegen der restriktiven britischen Einwanderungspolitik zerschlugen, arbeitete er als Kaufmann. Zuletzt arbeitete er in der Firma seines Vaters. Im Jahr 1927 zog er auch wieder in sein Elternhaus ein.

Alfred Oppenheim war lange Jahre mit Martha Cohn, geborene Schweriner, befreundet. Die am 17. November 1899 in Duisburg-Ruhrort geborene Martha war seit 1931 Witwe.

Über einen Freund aus der zionistischen Jugendbewegung kam Alfred Oppenheim in Kontakt mit Mitgliedern des kommunistischen Widerstands. Am 2. Juni 1935 wurde Alfred Oppenheim von der Gestapo verhaftet. Ihm wurde aktiver Widerstand und logistische Hilfe für KPD Widerstandsaktionen vorgeworfen. Er wurde am 8. Mai 1936 vom Oberlandesgericht Hamm wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zu einer sechsjährigen Zuchthausstrafe verurteilt. Seine Haft musste er in Siegburg ableisten.

Seine Freundin und Verlobte Martha Cohn wurde am 9. November 1938 während des Überfalls auf das Haus ihrer Schwiegereltern in der Reichsstraße 69 von den Nazi-Schlägern misshandelt und verhaftet. Alfred Oppenheim heiratete sie am 6. April 1941 in der Haftanstalt Siegburg. Alfred Oppenheim wurde nach verbüßter Haft im Juni 1941 in sogenannte Schutzhaft genommen und in das Konzentrationslager Neuengamme überführt.

Während seiner Haftzeit hatte Martha Oppenheim die Emigration von Alfred und ihr vorbereitet. Die Pläne in die USA zu flüchten wurden durch die erneute Schutzhaft zunichte gemacht. Martha Oppenheim, die bei ihrer Mutter in der Kreuzstraße 58 wohnte, wurde von Düsseldorf am 10. November 1941 ins Ghetto Minsk deportiert. Ihre Schwiegereltern waren mit dem ersten Transport am 27. Oktober 1941 ins Ghetto Litzmannstadt/Łódź deportiert worden. 

Alfred Oppenheim befand sich zu diesem Zeitpunkt noch im Block 12 des Konzentrationslagers Neuengamme bei Hamburg. Seine Frau hatte noch am Vortrag ihrer Deportation nach Minsk verzweifelt an die Gestapo geschrieben und gebeten, ihren Mann „Alfred Israel Oppenheim zu mir zu siedeln, sobald die Möglichkeit hierzu bestehen sollte.“

Alfred Oppenheim verstarb am 24. Juni 1942 als Häftling des Konzentrationslagers Neuengamme in der Euthanasie-Anstalt Bernburg an der Saale. Er wurde im Zuge der sogenannten Aktion „14 f 13“ gezielt als „arbeitsunfähig“ ausgesucht und ermordet.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf