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Gedenkbuch

Cohen, Clara

Am 22. Mai 1885 kam Clara Cohen in Düsseldorf zur Welt. Ihre Eltern waren der Kaufmann Louis Cohen ( geboren 1848 in Anholt) und dessen Frau Jeanette Regina  Fuchs (1848-1908). Ihre Eltern, die 1879 in Düsseldorf geheiratet hatten, bekam noch zwei Söhne und zwei weitere Töchter: Siegfried ( geboren 1880), Josef (geboren 1882) sowie Sofie (geboren 1888) und Martha (geboren 1892). Clara und drei ihrer Geschwister blieben unverheiratet und lebten bei ihren Eltern im eigenen Haus in der Oststraße 18. Ihre Mutter Jeanette Cohen verstarb am 9. Oktober 1908 im Alter von 60 Jahren.

Ihr Vater Louis Cohen war Inhaber der Firma „Bacharach, Spanier & Co, Nachfolger“ mit Sitz in der Birkenstraße 39. Claras Brüder Siegfried und Josef Cohen wurden Mitinhaber, ihre Schwester Martha Cohen erhielt Prokura, wie der Handelsregistereintrag im Jahr 1924 ausweist. Ihr Bruder Josef Cohen, der mit Betty Spier verheiratet war, wohnte zur einige Häuser weiter in der Oststraße 52. In beiden Häusern auf der Oststraße verkehrten Musiker und Schriftsteller. Ihr Bruder Josef Cohen spielte Violine in einer Kammermusik-Gruppe, und Clara und ihre Schwester Martha sangen im Tonhallen-Chor.

Nach Beginn der NS-Diktatur liefen die Geschäfte immer schlechter. Ihr Bruder Siegfried Cohen starb am 6. September 1934.

Clara Cohen flüchtete im August 1939 zusammen mit ihrem damals 91-jährigen Vater Louis Cohen in die Niederlande. Sie wohnte ab dem 28. März 1940 in Amsterdam mit ihm in der Pension „Staal“ in der J. Verhulststraat 59, zuvor waren sie unter der Adresse Pr. Hendrikk 144 gemeldet. 

Am 26. November 1942 wurde Clara Cohen, möglicherweise bei einer Razzia, verhaftet und in das Internierungslager Westerbork überführt. Sie wurde von dort am 12. Dezember 1942 in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort am 15. Dezember 1942 ermordet.

Für ihren Vater Louis Cohen ist belegt, dass er sich vom 2. März bis zum 10. März 1943 im Lager Westerbork befand. Untergebracht war der 94-Jährige in der Barracke 83. Louis Cohen wurde am 10. März 1943 in das Vernichtungslager Sobibor deportiert und dort am 13. März 1943 ermordet.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf