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Gedenkbuch

Leib, Max

Max Leib wurde am 3. Mai 1909 in Düsseldorf als Sohn von Gustav und Frieda Leib, geborene Loeb (1880-1942), geboren. Sein Vater stammte aus Solingen, seine Mutter aus Luxembourg. Max Leib hatte noch drei Schwestern und drei weitere Brüder: Emmi Alice Leib (1905 Metz -1999 USA), Hilde Johanna Leib (1907 Homberg-1942 Auschwitz), Martha Leib (1908 Homberg-1943 Auschwitz), sowie die Zwillinge Walter und Edgar Leib (1912 Homberg) und Rudolf Leo Leib (geboren 1910 in Düsseldorf).

Die Familie wohnte bei seiner Geburt in Düsseldorf in der Gartenstraße 109, der heutigen Bagelstraße 109. Seine Eltern besaßen eine Schokoladen-Großhandlung.

Am 26. März 1933 heiratete Max Leib in Düsseldorf Lieselotte Lewin. Seine Frau war 1912 in Essen geboren worden und wohnte in der Lindemannstraße 1 in Düsseldorf. Nach der Hochzeit zog sie zu ihm. Am 29. August 1934 meldete sich Max Leib aus der Wohnung in der Hüttenstraße 25 nach Enschede in die Niederlande ab. Dort wohnten seine Schwiegereltern Albert und Hedwig Lewin, geborene Steilberger. Max Leib und seine Frau wohnten in Enschede von 1934 bis 1935.

Im Jahr 1937 lebte Max Leib mit seiner Frau in Karlsruhe. Zunächst von Juli bis Oktober zur Untermiete bei der jüdischen Familie Maier in der Adlerstraße 39. Dann zogen sie kurzzeitig nach Mannheim. Ab Dezember 1937 lebte das Ehepaar wieder in Karlsruhe, diesmal in der Kaiserstraße 160/162. Das Gebäude beheimatete das Bankhaus Ignaz Ellern. Max und Liselotte Leib waren zur Untermiete bei der Familie Dreyfuß gemeldet. Das Karlsruher Gedenkbuch berichtet, dass in der Karlsruher Zeit das Ehepaar Leib Anträge auf neue Reisepässe stellte, um Liselottes Eltern in Enschede besuchen zu können.

1938 kehrte das Ehepaar wieder nach Düsseldorf zurück. Am 4. Januar 1938 wurde Max Leib zusammen mit seiner Frau wieder in seinem Elternhaus in der Gartenstraße 109 aus Karlsruhe kommend angemeldet. Anfang November 1938 meldeten sich die beiden in die Elisabethstraße 70 um, um kurz danach in die Niederlande zu emigrieren.

Ab dem 22. November 1938 waren sie in Nijmegen gemeldet. Von dort kommend wurde Max Leib am 16. Januar 1939 in Beesel in der Dominicanerplein 385 registriert.  In Beesel befand sich das Reuver Flüchtlingslager. Dort war Max Leib interniert worden. Seine schwangere Frau befand sich dagegen bereits in Amsterdam. Ihr Kind wurde im Frühsommer 1939 entbunden, starb aber gleich nach der Geburt. Am 24. November 1939 war auch Max Leib in Amsterdam registriert. Dort wohnte er mit seiner Frau im Lloyd Hotel in der Handelskade 12.

Ab dem 4. März 1940 befanden sich Max Leib und seine Frau im Lager Westerbork. Zu diesem Zeitpunkt war Westerbork noch ein von den Niederländern eingerichtetes Internierungslager für jüdische Flüchtlinge aus Deutschland. Nachdem im Mai 1940 die Niederlande von der deutschen Wehrmacht überfallen worden war, veränderte sich auch die Situation im Lager Westerbork. Dort kam am 9. März 1942 seine Tochter Marion Dorit zur Welt. Ab dem 1. Juli 1942 wurde das Lager Westerbork zum „Polizeilichen Judendurchgangslager“ unter deutscher Verwaltung. Jeden Dienstag wurden in der Folgezeit Menschen aus dem Lager in die Vernichtungslager Auschwitz oder Sobibor deportiert.

Am 14. September 1943 wurde Max Leib mit seiner Frau Lieselotte und dem Baby Marion in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Seine Frau und sein Baby wurden dort nach der Ankunft am 17. September 1943 ermordet. Max Leib wurde nach der Selektion mit 232 weiteren Männern ins Lager Auschwitz aufgenommen und erhielt die Häftlingsnummer 150727. Sein Tod im Häftlingskrankenbau Auschwitz-Monowitz wurde am 8. Januar 1944 vermerkt.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf