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Gedenkbuch

Blankenstein, Adolf Isidor

Adolf Blankenstein wurde am 8. Mai 1878 in Hohenwalde bei Landsberg an der Warthe als Sohn der Eheleute Abraham und Minna Blankenstein, geborene Rothe, geboren. Seine Mutter scheint – vermutlich nach dem Tod von Abraham Blankenstein – ein zweites Mal geheiratet zu haben. Mit Bernhard Knopfmacher hatte sie zwei weitere Kinder. Die 1888 geborene Gertrud Knopfmacher lebte wie ihr Halbbruder Adolf Blankenstein in Düsseldorf, zuletzt vor der Deportation im gleichen Haushalt in der Schwerinstraße 53.

Seit 1905 arbeitete Adolf Blankenstein für das Warenhaus „Leonhard Tietz AG“ in Düsseldorf und war zunächst für den Einkauf zuständig. Um 1913 wurde er Abteilungsleiter. Er heiratete Martha Levy, und aus dieser Ehe ging der 1912 geborene Sohn Alfred Abraham Blankenstein hervor.

Nach dem Tod seiner ersten Frau Martha im Jahr 1920 heiratete Adolf Blankenstein Rosa Bloch aus Schmieheim in Baden. Aus dieser Ehe gingen die Söhne Helmut (geboren 1920) und Rolf (geboren 1924) hervor. Die Familie wohnte in der Hüttenstraße 129 in Düsseldorf. Sein Sohn Alfred beschrieb seinen Vater als sehr religiös, sie hatten viele rituelle Gegenstände in ihrer Wohnung.

In ihrer dritten Ausgabe vermeldete die Gemeindezeitung für den Synagogenbezirk Düsseldorf, dass am 1. Oktober 1930 Adolf Blankenstein sein 25-jähriges Angestelltenjubiläum bei der „Leonhard Tietz AG“ feierte. 1933 musste Adolf Blankenstein hinnehmen, dass sein Gehalt gekürzt wurde. Daraufhin konnte die Familie ihre Wohnung nicht länger bezahlen und war gezwungen, im Dezember 1934 in die Schwerinstraße 53 umzuziehen. 1935 wurde Adolf Blankenstein endgültig entlassen. Er bezog ein Ruhegehalt in Höhe von 219,82 RM von der mittlerweile „arisierten“ „Westdeutschen Kaufhof AG“ Düsseldorf. Seine Lebensversicherung bei der Agrippina Versicherung musste er ab 1. Juli 1937 prämienfrei stellen lassen. Der Rückkaufwert betrug zu diesem Zeitpunkt 1.789 RM.

In der Folge des Novemberpogroms 1938 wurde Adolf Blankenstein am 10. November 1938 verhaftet und bis zum 19. November 1938 im Polizeigefängnis Düsseldorf festgehalten. Am 20. Oktober 1941 wurden er und seine Familie gezwungen, in die Graf-Recke-Straße 145 umzuziehen. Sein Sohn Rolf war zu diesem Zeitpunkt schon in den Niederlanden.

Am 27. Oktober wurde Adolf Blankenstein mit seiner Ehefrau Rosa und seinem Sohn Helmut von Düsseldorf aus in das Ghetto von Litzmannstadt/Łódź deportiert. Dort mussten sie in das Zimmer 9 der Massenunterkunft des „Düsseldorfer Kollektivs“ in der Fischstraße 15 einziehen. Adolf Blankenstein erhielt auch im Ghetto zunächst seine Pension von monatlich 219,82 Mark. Allerdings wurden diese Zahlungen im März/April 1942 eingestellt. Außerdem sind im Dezember 1941 und im Januar 1942 Lohnzahlungen und Postanweisungen für ihn von der Kollektivverwaltung dokumentiert worden. Am 6. Juni 1942 nahm er einen Kredit bei seiner Lebensmittelverteilerstelle auf. Zwei Tage zuvor war er mit seiner Familie in die Wohnung 15 im Haus Fischstraße 9 eingezogen. Am 11. August 1942 wurde dieser Kredit wieder gelöscht. Adolf Blankenstein verstarb am 28. August 1942 im Ghetto von Litzmannstadt/Łódź. Die offizielle Todesursache wurde mit „Herzmuskelschwäche in Folge von Unterernährung“ angegeben.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf