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Gedenkbuch

Cohen, Josef

Der Kaufmann Josef Cohen kam am 15. Juni 1857 als Sohn von Aron Cohen und seiner Frau Janetta Cohen, geborene Meyer, in Düsseldorf-Gerresheim zur Welt. Er hatte mit Max (1859 – 1943) einen jüngeren Bruder.

Josef Cohen war in erster Ehe mit der aus Dinslaken stammenden Julia Bernhard (1863 – 1894) verheiratet. Die Eheleute bekamen mit Else (geboren 1886), Carl (geboren 1888), Selma (geboren 1889), Alfred (geboren 1890) und Anna (geboren 1892) fünf Kinder. Josef Cohens Frau Julia verstarb und er heiratete die Schwester seiner verstorbenen Frau, Selma Bernhard (geboren 1865 in Dinslaken). Sie bekamen mit Paul (geboren 1894), Siegfried (geboren 1895), Ernst (geboren 1896) und Hans (Datum unbekannt) vier Kinder.

Josef Cohen und seine Familie wohnten auf der Friedrichstraße 31. Er war Inhaber des Haushaltswarengeschäfts Schickenberg & Co. Nachfolger für Eisenwaren, Herde, Öfen und Haushaltsgegenstände. Später wurde das Geschäft als Familienunternehmen geführt und neben Josef waren auch seine drei Söhne Alfred, Paul und Carl Mitinhaber.

Josef Cohens älteste Tochter Else heiratete am 8. Juli 1920 den in Langendreer geborenen Eugen Stern. Die Eheleute wohnten in Mönchengladbach, dort für längere Zeit auf der Lüpertzender Straße 40. Im Juni 1939 nahmen sie Josefs Enkeltochter Charlotte Adler (geboren 1923) bei sich auf. Josefs Tochter Selma Adler, geborene Cohen, war wenige Tage nach der Geburt ihrer Tochter im Alter von 34 Jahren verstorben.

Seine Tochter Anna heiratete den Kaufmann Siegfried Bernhard (geboren 1896), der Inhaber eines Kaufhauses in Dinslaken war, wo das Paar lange Zeit auf der Neustraße 70 (während der NS-Zeit Schlageterstraße) wohnte. Siegfrieds Vater Julius Bernhard war der ältere Bruder von Josef Cohens Frau Selma. Anna und Siegfried bekamen mit Inge und Heinz zwei Kinder.

Josef Cohens Sohn Siegfried heiratete die 1902 geborene Hildegard Wolf. Die Eheleute wohnten auf der Märkischen Straße 44a, von wo aus sie im Oktober 1942 zur Untermiete in ein sogenanntes Judenhaus auf der Steinstraße 60 zogen, wo sie bis Juli 1943 wohnten. Anschließend zogen sie in der Teutonenstraße 9.

Im September 1938 wurden Josef Cohen und seine Söhne zum Verkauf des Familiengeschäfts gezwungen. In der Pogromnacht wurden sie in ihrer Wohnung auf der Friedrichstraße 31 von Nazi-Schlägern überfallen. Bei dem Überfall wurden auch etliche Gemälde der Düsseldorfer Malerschule vernichtet oder stark beschädigt.

Josef Cohens Sohn Paul, der mit Maria Cohen, geborene Nolten, verheiratet war, floh in Folge der Pogromnacht und der zunehmenden Gefahr durch die Gestapo mit seiner Frau in die Niederlande, wo er zunächst in Maastricht und Valkenburg wohnte.

Der Witwer Josef Cohen zog 1940 auf die Friedrichstraße 24, wo er sich die Wohnung mit seinen ledigen Söhnen Carl und Alfred teilte. Beide Söhne wurden am 10. November 1941 in das Ghetto Minsk deportiert. Sie haben nicht überlebt.

Seine älteste Tochter Else Stern, geborene Cohen, wurde am 11. Dezember 1941 von Mönchengladbach über Düsseldorf in das Ghetto Riga deportiert. Aus dem Ghetto wurde sie 1944 in das Konzentrationslager Stutthof deportiert, wo sie am 29. Dezember 1944 starb. Mit demselben Transport wurde auch Josefs Enkeltochter Charlotte Adler in das Ghetto Riga deportiert. Sie verstarb 1944 im Alter von 21 Jahren.

Der 85-jährige Josef Cohen wurde am 21. Juli 1942 von Düsseldorf aus in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Hier verstarb er am 29. August 1942 in Gebäude L219 im Zimmer 024. Auf der Todesfallanzeige wurde eine Herzschwäche als Todesursache vermerkt. Zudem soll er an Marasmus, die Folge einer chronischen quantitativen Mangelernährung, gelitten haben.

Josefs Bruder Max Cohen wurde nur wenige Tage später am 25. Juli 1942 von aus Düsseldorf in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo er am 11. März 1943 verstarb.

Josef Cohens Tochter Anna Bernhard, geborene Cohen, wurde am 18. Juni 1943 über Köln in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Aus dem Ghetto wurde sie am 6. Oktober 1944 in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Sie hat nicht überlebt. Josefs Enkelkinder Inge und Heinz kamen 1939 mit einem sogenannten Kindertransport nach Belgien und überlebten den Holocaust.

Josefs Sohn Paul, der mit seiner Frau in die Niederlande geflohen war, überlebte den Holocaust und starb am 28. März 1979 im Alter von 85 Jahren. Auch Josefs Sohn Siegfried Cohen scheint überlebt zu haben.

Autorin: Frederike Krenz, Förderkreis der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf