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Gedenkbuch

Felsenthal, Herbert

Herbert Felsenthal wurde am 30. September 1902 in Düsseldorf geboren. Seine Eltern waren der Zigarrenhändler Erich Felsenthal (1874-1943) und dessen Frau Antonie, geborene Franken (1873-1943).

Herbert besuchte das Hohenzollern-Gymnasium (heue: Görresgymnasium) und studierte anschließend Jura in Heidelberg, München und Berlin. Als Assessor arbeitete er nach dem Examen bei der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft. Außerdem wurde er Leiter des Jüdischen Jugendverbandes in Düsseldorf, so setzte er sich sehr für die Aufführung des „Jeremias“ von Stefan Zweig in Düsseldorf ein.

Am 5. März 1933 floh er über Aachen zunächst in die Niederlande. Dorthin folgte ihm wenig später seine schwangere Frau, Margarethe Haymann. Sie hatten 1932 in Düsseldorf geheiratet. Ihr erstes Kind Stefan wurde am 16. April 1933 in Den Haag geboren. Von dort gingen sie bis 1938 nach Brüssel, danach lebten sie wieder in Den Haag, wo der zweite Sohn René geboren wurde.

Als sie im Oktober 1940, wie alle jüdischen Flüchtlinge, die Küstenzone verlassen mussten, zogen sie nach Arnhem. Dort wohnten sie Amsterdamscheweg 222. Im Dezember 1942 wurden seine Frau, die Kinder und die Eltern für kurze Zeit im Durchgangslager Westerbork interniert (bis Januar 1943). Ab dem 8. Januar 1943 waren sie in Amsterdam in der Hunzestraat 71 gemeldet.

Im Juni 1943 wurde die gesamte Familie in Amsterdam verhaftet und ins Durchgangslager Westerbork gebracht. Von dort wurden seine Eltern im September ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert und ermordet.

Er selbst, seine Frau und seine beiden Kinder, deren Namen auf der sogenannten „Vierer-Liste“ standen (und deshalb vor einer Deportation nach Auschwitz bzw. Sobibor zunächst zurückgestellt wurden), wurden am 1. Februar 1944 ins Lager Bergen-Belsen deportiert.  Am 15. April 1945 wurde das Lager von der britischen Armee befreit. Herbert Felsenthal erlebte die Freilassung nicht mehr, er verstarb zwei Wochen zuvor am 30. März 1945 an Typhus. Seine Frau und seine beiden Söhne überlebten.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf