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Gedenkbuch

Philipps, Margot

geb. Perl

Margot Perl wurde am 25. Juli 1908 als Tochter von Felix und Martha Theodore Perl, geborene Neuwahl, in Gladbeck geboren. Ihre Eltern zogen am 27. Dezember 1938 von Gladbeck nach Gelsenkirchen. 

Margot Perl heiratete den 15 Jahre älteren Oberhausener Viehhändler Hugo Philipps. Ihre Ehe blieb kinderlos. Margot Philipps arbeitete als Modistin. Sie wohnte zusammen mit ihrem Mann, dessen Schwester Else und ihrer Schwiegermutter Therese Philipps, in der Oberhausener Friedenstraße 49. 1930 gehörte ihr Mann Hugo Philipps bei der Repräsentantenwahl der Synagogengemeinde Oberhausen zu den wahlberechtigten Mitgliedern. Im Jahr 1934 musste er seinen Viehhandel aufgeben. Im Oberhausener Adressbuch 1934/35 ist sein Beruf mit „Milchhändler“ angegeben.

Ihr Mann Hugo Philipps wurde während der Pogromnacht 1938 verhaftet und am 17. November 1938 als „Schutzhäftling“ in das Konzentrationslager Dachau eingewiesen. Nachdem er aus der Haft entlassen war, zog das Ehepaar Philipps am 30. August 1939 zu Verwandten nach Düsseldorf in die Teutonenstraße 9. Nachdem diese, die Familie Tarrasch, 1939 über Amsterdam nach Chile emigriert waren, zog das Ehepaar Philipps am 3. Januar 1940 in eine Wohnung in der Stückerstraße 9. Zu dieser Zeit bemühten sie sich verstärkt um die eigene Emigration in die Vereinigten Staaten. Es existiert eine Deposit Card des Jewish Transmigration Bureau aus dem Jahr 1940. Das Geld für sie in den USA zahlten Dr. Harry und Mrs. Costeff, Poeria, USA. Ihre Case- Nummer war 12263. Doch zur tatsächlichen Auswanderung kam es nicht.

Wie ihr Mann musste auch Margot Philipps in der NS-Zeit Zwangsarbeit leisten. Ihre Arbeitsbuchnummer lautete 169/257046. 

Margot Philipps wurde am 27. Oktober 1941 mit ihrem Ehemann in das Ghetto von Litzmannstadt/Łódź deportiert. Über das „Düsseldorfer Kollektiv“ erhielt sie eine Brotkarte mit der Nummer 168721. Am 15. Mai 1942 wurde sie mit ihrem Mann vom XI. „Aussiedlungstransport“ ehemals reichsdeutscher Juden zurückgestellt. 

Im Zuge der Auflösung der Kollektivunterkünfte zog das Ehepaar Philipps am 20. Mai 1942 in ein Zimmer der Wohnung 7 in der Franzstraße 46. Für sie war nun die Verteilerstelle 13 zuständig. 

Margot Philipps lebte nach dem Tod ihres Ehemanns im September 1942 noch zwei Jahre im Ghetto von Litzmannstadt/Łódź. Am 19. Oktober 1942 zog sie innerhalb des Hauses Franzstraße 46 in ein Zimmer der Wohnung 8 um. Margot Philipps musste sich am 24. Juni 1944 im Zentralgefängnis des Ghettos einfinden. Sie wurde vier Tage später, am 28. Juni 1944, mit einem Transport in das Vernichtungslager Chełmno gebracht und am nächsten Tag ermordet. 

Auch ihre Eltern haben die NS-Zeit nicht überlebt. Sie wurden am 27. Januar 1942 in das Ghetto Riga deportiert.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf