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Gedenkbuch

Simons, Nathan

Am 6. September 1857 kam Nathan Simons in Düsseldorf als Sohn von Leib Simons und Helene Simons, geborene Fürst, zur Welt. Am 12. Mai 1887 heiratete er in Gerresheim Isabella „Bella“ Rosenthal. Seine Frau war am 27. August 1862 in Dülmen geboren worden.

Der erste Sohn kam am 5. Juni 1888 in Düsseldorf zur Welt. Sie nannten ihn Josef. Der zweite Sohn, Alfred, wurde am 24. August 1893 in Düsseldorf geboren. Nathan Simons arbeitete als Generalagent unter anderem für die Nordstern Versicherungen. Auch beide Söhne arbeiteten später in der Versicherungsbranche.

Im Adressbuch der Stadt Düsseldorf für das Jahr 1900 war Nathan Simons als „Generalagent, Graf-Adolf-Straße 17“ vermerkt, 1910 dann in der Karlstraße 5. 1926 verzeichnete das Düsseldorfer Adressbuch seinen Sohn Alfred Simons (Kaufmann) in der Gneisenaustraße 28 b und Nathan Simon unter der selben Adresse als „Direktor“ und Eigentümer des Hauses. Im Jahr 1933 war sein Sohn Alfred als „Bezirksdirektor“ verzeichnet, Nathan Simons dagegen als Rentner. 

Am 23. April 1932 verstarb sein Sohn Josef Simons im Alter von 44 Jahren. Er hinterließ seine Frau Klara, geborene Winter, und die Kinder Margarethe (geboren 1916) und Günther (geboren 1918).

Im Juli 1933 emigrierte sein Sohn Alfred Simons mit seiner Frau Else, geborene Liebenthal, und der 12-jährigen Tochter Lieselotte nach Amsterdam. Sie wohnten dort zunächst in der Stadionkade 41 II und ab dem 27. August 1937 in der van Eeghenstraat 187.

Nathan Simons blieb zunächst in Düsseldorf in seinem Haus in der Gneisenaustraße 28 b. Später emigrierte auch Nathan Simons mit seiner Frau in die Niederlande. Sie wohnten bei ihrem Sohn in der Stadionkade 41. Am 3. Juni 1937 verstarb seine Frau Isabella Simons in Amsterdam.

Erst ab dem 14. Februar 1939 war Nathan Simons offiziell als bei seinem Sohn in der van Eeghenstraat 187 in Amsterdam wohnend von den niederländischen Behörden verzeichnet worden. Auf seiner Einwohner-Meldekarte wurde mit Datum 1. Dezember 1939 „Opgen BR“ vermerkt. Der nächste Eintrag betrifft seinen Umzug, zusammen mit seinem Sohn und der Schwiegertochter, am 30. Mai 1941 zur Rivierenlaan 8 III. Auf der Karte wurde am 11. September 1941 „PB 13336“ vermerkt.

Am 29. Januar 1942 heiratete seine Enkelin Lieselotte Simons in Amsterdam Rolf Elsberg (geboren 1919 in München). Am 4. Februar 1943 zogen die beiden zu ihnen in die Wohnung. Als deutlich wurde, dass die deutschen Besatzer auch in den Niederlanden Deportationen jüdischer Bürgerinnen und Bürger planten, bereiteten sich Lieselotte und ihr Mann Rolf Elsberg auf ein Untertauchen vor. Mit falschen Papieren überlebten sie und gingen 1944 über Frankreich und Spanien nach Palästina/Israel.

Der 85-jährige Nathan Simons wurde in Amsterdam verhaftet und am 20. Juni 1943 im Lager Westerbork interniert. Am 24. August 1943 wurde er von dort in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Dort wurde er am 27. August 1943 ermordet.

Sein Sohn Alfred Simons wurde ebenfalls aus Westerbork deportiert. Er und seine Frau Else Simons waren zuletzt im Lager Bergen-Belsen. Dort mussten sie am 10. April 1945 einen Deportationszug besteigen, der eigentlich ins Ghetto Theresienstadt fahren sollte. Seine Frau starb am 22. April 1945 in dem Zug bei Tröbitz (Kommando Falkenberg). Er überlebte und wurde einen Tag später in Tröbitz befreit. Alfred Simons kehrte 1946 nach Amsterdam zurück.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf