Sie haben die richtige Internetadresse für das Gedenkbuch der Landeshauptstadt Düsseldorf zur Erinnerung an die jüdischen Opfer 1933 – 1945 aufgerufen.
Die Seiten sind optimiert für den Abruf mit einem Tablett oder einem Computer.
Vielen Dank für Ihr Verständnis



You have accessed the correct internet address for the memorial book of the state capital Düsseldorf in memory of the Jewish victims from 1933 to 1945.
The pages are optimized for viewing with a tablet or computer.
Thank you for your understanding.

Bitte drehen Sie Ihr Gerät ins Querformat

Gedenkbuch

Cahn, Irmgard

Irmgard Cahn wurde am 8. April 1921 in Düsseldorf geboren. Ihre Eltern waren der Kaufmann Max Cahn (geboren 1884 in Beckrath) und dessen Frau Julie Daniel (geboren 1885 in Friemersheim). Irmgard hatte noch einen älteren Bruder, den am 3. November 1919 in Düsseldorf geborenen Kurt. Die Familie wohnte in der Karolingerstraße 88. Ihr Vater Max Cahn betrieb im Souterrain des Hauses eine Werkstatt für Bildvergrößerungen und Bilderrahmen.

In der Pogromnacht 1938 wurde ihr 19jähriger Bruder und ihr Vater Max Cahn in der Wohnung der Familie in der Karolingerstraße 88 verhaftet und ins Konzentrationslager Dachau überführt wurde. Erst am 15. Dezember 1938 konnten die beiden nach Düsseldorf zurückkehren.

Irmgard Cahn wohnte bis zuletzt bei ihren Eltern in der Karolingerstraße 88 und wurde am 27. Oktober 1941 mit ihnen in das Ghetto von Litzmannstadt/Łódź deportiert. Zunächst wohnte Irmgard Cahn mit den Eltern und ihrem Bruder im Zimmer 9 der Kollektivunterkunft Fischstraße 15. Für Irmgard Cahn sind folgende Dokumentnummern aus dem Ghetto überliefert: Kennkarte A 04090, ihre Düsseldorfer Arbeitsbuchnummer 169/274340 sowie die Ghetto-Reg.-Nr. 34219 und die Brotkartennummer 168166.

Zur Verhinderung der „Aussiedlung“ mit dem XII. Transport reichsdeutscher Juden im Mai 1942 konnte ihr Bruder eine Bescheinigung des Krankenhauses IV des Ghettos vorlegen, die ihm seine Tätigkeit im Krankendienst bestätigte und auch die Eltern und Irmgard vor der Deportation bewahrte. Im Zuge der Auflösung der Kollektivunterkünfte konnte Irmgard Cahn mit ihrer Familie am 4. Juni 1942 in die Wohnung 11 in die Bierstraße 53 ziehen. 

Ihre Eltern wurden während der „Ghetto- Sperre“ im September 1942 ermordet, sie und ihr Bruder konnten zunächst weiter im Ghetto leben. Am 6. Juli 1944 musste sich Irmgard Cahn im Zentralgefängnis einfinden und wurde am 10. Juli 1944 zusammen mit ihrem Bruder Kurt Cahn aus dem Ghetto von Litzmannstadt/Łódź „ausgewiesen“ und in Chełmno ermordet.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf