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Gedenkbuch

Hirsch, Adolf

Adolf Hirsch wurde am 4. Juli 1882 in Hamburg geboren. Er war das erste Kind der Eheleute Otto und Betty Hirsch, geborene Fontheim. Adolf bekam noch zwei Geschwister: Franz (1885 geboren) und Gertrud, die am 8. Oktober 1887 in Hamburg zur Welt kam. Sein Vater arbeitete als Fabrikant in Hamburg. Privat wohnte die Familie im Stadtteil Rothenbaum, Klosterallee 24. Als Adolf Hirsch 17 Jahre alt war, verstarb seine Mutter. Betty Hirsch wurde nach ihrem Tod am 5. September 1899 auf dem Jüdischen Friedhof Hamburg Ohlsdorf begraben. Sein Vater Otto Hirsch heiratete am 2. März 1904 in zweiter Ehe Jenny Boley aus Kassel (geboren 1878).

Adolf Hirsch heiratete Ulrike Michels aus Regenwalde in Pommern. Seine Schwester Gertrud Hirsch heiratete Ulrikes Bruder Ernst Michels. Die zwei Paare lebten beide in Düsseldorf. Am 24. Februar 1915 kam in Düsseldorf der Sohn Otto Herbert Hirsch zur Welt. Der fünf Jahre jüngere Sohn Ernst Günther Hirsch wurde in Hinterzarten geboren.

In Düsseldorf wohnte die Familie Hirsch in der Benderstraße 79 im Stadtteil Gerresheim. Seine Schwester Gertrud Michels wohnte mit ihrer Familie im Stadtteil Oberkassel. Später zog die Familie Hirsch in die Benderstraße 59.

Am 27. Oktober 1941 wurde Adolf Hirsch mit seiner Familie von Düsseldorf in das Ghetto von Litzmannstadt/Łódź deportiert. Dort wurden sie in das Zimmer 7 der Kollektivunterkunft Fischstraße 15 eingewiesen. Die Familie Hirsch überlebte die Deportationen im Mai 1942. Am 19. Mai 1942 konnten sie nach der Auflösung der Kollektivunterkünfte in die Wohnung 7 in der Sperlinggasse 13 umziehen. Am 18. März 1942 erhielt Adolf Hirsch 20 RM, die ihm von seinem Bruder Franz Hirsch aus Hamburg, Curschmannstaße 11, überwiesen worden waren. Im April 1942 versuchte Adolf Hirsch eine Postkarte aus dem Ghetto zu verschicken, zumindest wurde in Ghetto-Dokumenten erwähnt, dass eine von ihm unterschriebene Postkarte weitergeleitet wurde. Die Postkarte selbst ist nicht erhalten geblieben. 

Adolf Hirsch wurde im September 1942 mit seiner Ehefrau aus dem Ghetto von Litzmannstadt/Łódź in das Vernichtungslager Chełmno gebracht und dort ermordet. Sein Sohn Ernst Hirsch verstarb an den Folgen der kontinuierlichen Unterernährung am 16. September 1942 im Ghetto. Otto Hirsch überlebte den schweren Ghettoalltag bis 1944. Am 23. Juni 1944 wurde vermerkt, dass er aus dem Zentralgefängnis „zur Arbeit ausserhalb des Ghettos ausgereist“ sei. Er wurde an diesem Tag in das Vernichtungslager Chełmno gebracht und dort am nächsten Tag ermordet. 

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf