Sie haben die richtige Internetadresse für das Gedenkbuch der Landeshauptstadt Düsseldorf zur Erinnerung an die jüdischen Opfer 1933 – 1945 aufgerufen.
Die Seiten sind optimiert für den Abruf mit einem Tablett oder einem Computer.
Vielen Dank für Ihr Verständnis



You have accessed the correct internet address for the memorial book of the state capital Düsseldorf in memory of the Jewish victims from 1933 to 1945.
The pages are optimized for viewing with a tablet or computer.
Thank you for your understanding.

Bitte drehen Sie Ihr Gerät ins Querformat

Gedenkbuch

Mainzer, Anna

geb. Spiegel

Am 1. Juni 1914 wurde Anna (Anny) Spiegel als Tochter des Ehepaars Siegmund und Lina Spiegel, geborene Katz, in Versmold geboren. Sie hatte eine ältere Schwester namens Martha, die 1908 zur Welt gekommen war. Aus der ersten Ehe ihres Vaters mit Lina Weinberg (1873-1904) hatte Anna noch vier Halbgeschwister. Ihr Vater Siegmund Spiegel verstarb 1932. Ihre Mutter Lina Spiegel betrieb in Versmold ein Tuch- und Textilgeschäft. Als sie dieses aufgeben musste, zog sie in den Haushalt ihres Schwagers Nathan Spiegel an die Gestermannstraße 9.

Anna Spiegel, genannt Anny, wohnte und arbeitete seit dem 24. Januar 1936 in Dinslaken im jüdischen Waisenhaus in der Neustraße 43. Nach den Ereignissen der Pogromnacht 1938 floh sie am 5. Dezember 1938 nach Bielefeld, wo ihre Mutter mittlerweile lebte.
Anna Spiegel heiratete am 10. Januar 1941 in Bielefeld Ludwig Mainzer und zog mit ihm nach Düsseldorf-Gerresheim. Laut Recherchen der Lokalhistorikerin Anne Prior aus Dinslaken deutet einiges darauf hin, dass Anna Spiegel ihren Mann in der Israelitischen Taubstummen-Anstalt in Berlin-Weissensee kennengelernt hat.

Anna Mainzer wurde am 29. Oktober 1941 gemeinsam mit anderen Familienangehörigen ihres Mannes in das Ghetto von Litzmannstadt/Łódź deportiert. Dort war sie mit ihm, seinen Familienangehörigen und weiteren Deportierten in der Kollektivunterkunft Fischstraße 15, Zimmer 8, untergebracht worden. Sie schrieb am 15. Dezember 1941 eine Postkarte an ihre Mutter Lina Spiegel in die Ravensberger Straße 52 in Bielefeld: „Liebe Mutter! Geld erhalten, weiter Geldsendung erwünscht, Ludwig und Anny“. Diese Postkarte wurde noch innerhalb des Ghettos beschlagnahmt und kam daher nie an. 

Anna Mainzer überlebte ihren Ehemann nur um wenige Wochen. Vom 7. bis 12. Mai 1942 erhielt sie alle Lebensmittelrationen, dann wurde sie zusammen mit den Verwandten ihres Mannes am 14. Mai 1942 aus dem Ghetto von Litzmannstadt/Łódź gebracht und am nächsten Tag in Chełmno ermordet.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf