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Gedenkbuch

Levin, Lotte

geb. Steinweg

Lotte Steinweg stammte aus dem westfälischen Horstmar bei Steinfurt. Dort war sie am 12. April 1922 zur Welt gekommen. Sie wohnte mit ihren Eltern Louis Ludwig und Rosa Steinweg, geborene Cohen, zunächst in Horstmar. Ihr Vater arbeitete als Maurer, ihre Mutter war gelernte Strickerin. Lotte hatte sieben Geschwister.

Im Januar 1937 zog die Familie nach Krefeld. Hier wurden Lottes jüngste Geschwister, Doris (1937) und Bilba (1939) geboren. Die Familie wohnte in der Elisabethstraße 54. Ihre Schwester Paula (geboren 1913) konnte zusammen mit ihrem Mann Walter Cohn und dem Baby Rolf 1939 nach Shanghai flüchten.

Am 21. Januar 1941 heiratete Lotte Steinweg in Düsseldorf den Maschinenschlosser Julius Levin. Er war am 26. Juni 1912 in Krefeld zur Welt gekommen, hatte aber mit seiner Familie lange in Düsseldorf in der Jahnstraße 3 gewohnt. Dort war er auch zum Zeitpunkt der Eheschließung gemeldet zusammen mit seinen Eltern. Lotte galt als „Jüdin“, ihr Mann wurde auf der Hochzeitsurkunde mit „Mischling 1. Grades“ vermerkt.

Das Paar zog nach der Hochzeit 1941 in eine gemeinsame Wohnung in die Graf-Adolf-Straße 108 in Düsseldorf. Während der NS-Zeit musste Julius Lewin im Rahmen des „Jüdischen Arbeitseinsatzes“ Zwangsarbeit in einer Düsseldorfer Ziegelei leisten. Lotte Lewins Beruf wurde auf der Heiratsurkunde mit „Hausgehilfin“ angegeben. Ihre Trauzeugen waren ihr Vater Louis Ludwig Steinweg und ihr Schwiegervater Siegfried Levin. 

Am 10. November 1941 wurden Lotte und Julius Lewin von Düsseldorf ins Ghetto von Minsk deportiert. Sie haben nicht überlebt. 

Ihre Eltern und ihre Geschwister wurden von Krefeld über den Güterbahnhof Düsseldorf-Derendorf am 11. Dezember 1941 ins Ghetto Riga deportiert. Ihr Vater Louis Ludwig Steinweg wurde im Ghetto Riga am 16. Januar 1942 erschossen. Ihre Schwester Ruth überlebte das Ghetto Riga, sowie die Konzentrationslager Stutthoff und Flossenbürg. Auch ihre Brüder Kurt und Walter überlebten über die Stationen Konzentrationslager Riga Salaspils, Kaiserwald und Mühlgraben. Von dort wurden sie im Gefängnis Hamburg-Fuhlsbüttel und im Konzentrationslager Kiel-Hassee bis zur Befreiung 1945 festgehalten. Nach dem Krieg gingen ihre Brüder nach Amerika und ihre Schwester nach Israel.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf