Sie haben die richtige Internetadresse für das Gedenkbuch der Landeshauptstadt Düsseldorf zur Erinnerung an die jüdischen Opfer 1933 – 1945 aufgerufen.
Die Seiten sind optimiert für den Abruf mit einem Tablett oder einem Computer.
Vielen Dank für Ihr Verständnis



You have accessed the correct internet address for the memorial book of the state capital Düsseldorf in memory of the Jewish victims from 1933 to 1945.
The pages are optimized for viewing with a tablet or computer.
Thank you for your understanding.

Bitte drehen Sie Ihr Gerät ins Querformat

Gedenkbuch

Plaat, Recha

Recha Plaat wurde am 4. September 1889 als erstes Kind des Kaufmanns Josef Plaat und dessen Frau Lisette, geborene Seligmann, in Wesel geboren. Ihr Vater gründete vier Jahre später zusammen mit David Stern eine Manufakturwarenhandlung in Düsseldorf auf der Herzogstraße 13.
Recha Plaat bekam noch vier Geschwister: Meta (geboren 1891), Margarete (geboren 1892), Erwin (geboren 1896) und Herta (1901-1985). Ihre Schwester Meta verstarb 1893 im Alter von fast zwei Jahren. Auch ihren Bruder Erwin (geboren 1896) verlor sie früh. Er starb 1915 als Unteroffizier im Ersten Weltkrieg. 

In den 1920er-Jahren wohnte die Familie Plaat im Haus Hüttenstraße 52 in der dritten Etage. Recha absolvierte eine kaufmännische Ausbildung und arbeitete danach als Buchhalterin. 

Am 1. Oktober 1930 vermeldete das Israelitische Familienblatt in seiner Ausgabe den Tod ihrer Mutter: „Düsseldorf, Hüttenstraße 52: Frau Josef Plaat, geb. Lisette Seligmann, 71 Jahre.“ Sie wurde neben Erwin auf dem alten jüdischen Friedhof an der Ulmenstraße begraben.

Recha Plaat wohnte in den 1930er-Jahren in Düsseldorf zusammen mit ihrer Schwester Margarete Rosa Plaat in der Vautierstraße 73. Als weitere Wohnungsadressen sind für sie in Düsseldorf überliefert: In der Lohe 7, ab dem 10. März 1938 Beethovenstraße 35 und im November 1938 die Wohnung ihres Vaters in der Graf-Adolf-Straße 70a, in der dieser seit 1935 lebte. 

Im November 1938 inserierte Recha Plaat in der Gemeindezeitung für den Synagogenbezirk Düsseldorf, dass sie schriftliche Arbeiten für Auswanderer und alle anderen Schreibarbeiten übernehmen würde. Am 12. April 1939 gab sie ihren pflegebedürftigen (und vermutlich erkrankten) Vater in das jüdische Altersheim in der Grafenberger Allee 78. Nur neun Tage später verstarb der 78-jährige Josef Plaat dort. Daraufhin meldete sich Recha Plaat am 4. Mai 1939 nach Neuss ab und wohnte dort in der Niederwallstraße 15 bei der jüdischen Familie Vasen. Am 1. November 1939 zog Recha Plaat zusammen mit ihrer Schwester wieder nach Düsseldorf. Vor der Deportation im Oktober 1941 musste Recha Plaat Zwangsarbeit in Düsseldorf leisten, ihr Arbeitsbuch hatte die Nummer 169/86225.

Recha Plaat wurde zusammen mit ihrer Schwester Margarete Rosa Plaat am 27. Oktober 1941 von Düsseldorf in das Ghetto von Litzmannstadt/Łódź deportiert. Dort mussten sie in das Zimmer 11 der Kollektivunterkunft Fischstraße 15 einziehen. Am 21. Dezember 1941 notierte die Buchhaltung des „Düsseldorfer Kollektivs“ den Eingang von 9,60 Mark für Recha Plaat. Am 7. Januar 1942 erhielt sie zusätzlich eine Postanweisung über 38,70 Mark sowie eine Lohnzahlung über 9,60 Mark. Davon musste sie jeweils zwei Drittel an das „Düsseldorfer Kollektiv“ abführen. Recha Plaat wurde am 6. Mai 1942 mit dem III. Transport aus dem Ghetto von Litzmannstadt/Łódź gebracht und am nächsten Tag in Chełmno ermordet.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf