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Gedenkbuch

Kaufmann, Richard

Richard Kaufmann wurde am 5. September 1903 als zweites Kind des Futtermittelhändlers Leonhard Kaufmann (24.12.1869 Neuss – 03.03.1943 Ghetto Theresienstadt) und dessen Frau Ida, geborene Hoffmann (10.09.1876 Neuss – 24.09.1942 Ghetto Theresienstadt), in Düsseldorf geboren. Zusammen mit seiner zwei Jahre älteren Schwester Charlotte wuchs er in der Kanalstraße 65 in Neuss auf. 

Richard Kaufmann absolvierte eine Ausbildung zum kaufmännischen Angestellten und arbeitete später auch in diesem Beruf. Am 1. Juli 1918 zog er nach Bedburg, kehrte aber am 12. September 1921 für zwei Jahre in die Wohnung seiner Eltern zurück. Seit dem 16. August 1923 lebte Richard Kaufmann in Köln. 

In der NS-Zeit wohnte er in Düsseldorf in der Steinstraße 1. Richard Kaufmann war für kurze Zeit mit Clara Klein verlobt. Sie wollten nach ihrer geplanten Hochzeit nach Argentinien auswandern. 1935 lösten sie aber ihre Verlobung.
Am 9. November 1938 hielt sich Richard Kaufmann bei seinen Eltern in Neuss auf und wurde im Zuge der Pogromnacht verhaftet. Seit dem 7. Juni 1939 wohnte Richard Kaufmann in der Mintropstraße 1 als Untermieter der Familie Wallach.

Im Februar 1940 zog er wieder zu seinen Eltern nach Neuss in die Kanalstraße 65. Am 19. März 1940 wurde Richard Kaufmann angezeigt, weil er sich dagegen gewehrt hatte, den Zwangsnamen „Israel“ zu führen und die ab dem 1. Oktober 1938 für Juden vorgeschriebene Kennkarte zu benutzen. Das Verfahren gegen ihn wurde durch das Amtsgericht Düsseldorf am 28. März 1940 eingestellt. Richard Kaufmann erhielt in dieser Zeit eine Unterstützung der jüdischen Gemeinde Neuss in Höhe von 6,75 RM in der Woche. Später musste er Zwangsarbeit als Straßenarbeiter leisten. Sein in Neuss ausgestelltes Arbeitsbuch trug die Nummer 187/40373. 

Richard Kaufmann wurde am 26. Oktober 1941 von Neuss nach Düsseldorf gebracht und am nächsten Tag in das Ghetto von Litzmannstadt/Łódź deportiert. Im Ghetto wurde er in das Zimmer 3 in der Kollektivunterkunft Fischstraße 21 eingewiesen. Richard Kaufmann wurde am 7. Mai 1942 mit dem IV. Transport aus dem Ghetto von Litzmannstadt/Łódź „ausgesiedelt“ und am nächsten Tag im Vernichtungslager Chełmno ermordet.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf