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Gedenkbuch

Blech, Helmut

Helmut Blech kam am 3. September 1919 als einziges Kind des Bankprokuristen Salli Blech (geboren 1889) und seiner Frau Helene (geboren 1891), geborene Frankenberg, in Düsseldorf zur Welt. Helmuts Vater arbeitete bis zu seiner Pensionierung 1937 als Prokurist bei der Bank Siegfried Falk auf der Steinstraße 20. Hier wohnte die Familie Blech in der zweiten Etage, wo Helmut am 10. September 1932 seine Barmizwa feierte, worüber in der Gemeindezeitung des Synagogenbezirks Düsseldorf berichtet wurde.

1937 leitete die Gestapo Ermittlungen gegen Helmuts Vater Salli Blech ein, der angeblich „genaue Kenntnis über die Zusammenhänge der Auflösung der UOBB“ gehabt haben soll. Die UOBB, auch Unabhängiger Orden Bne Briss, war eine jüdische Organisation, die 1843 zunächst in New York und 1883 als Ableger in Berlin gegründet wurde. Im April 1937 mussten alle Logen aufgelöst werden und es kam in Düsseldorf zu zahlreichen Verhaftungen. Am 13. September 1937 vermerkte die Gestapo: „Die Ermittlungen über den Juden Salli Blech konnten bisher nicht zum Abschluss gebracht werden, da ein V-Mann, der angeblich ein guter Kenner der persönlichen Verhältnisse des Blech ist, sich zur Zeit in Berlin aufhält und daher nicht gehört werden konnte.“ Die Ermittlungen gegen Helmuts Vater wurden jedoch letztlich von der Gestapo als ergebnislos eingestellt.

Auf einem Foto vom Schlussball eines Tanzkursus der Jüdischen Gemeinde, abgehalten im Januar 1938 im Logenhaus der Jüdischen Gemeinde in der Grafenberger Allee,  ist Helmut Blech zu sehen (siehe Foto).

1940 wohnten die Familie Blech auf der Ellerstraße 155. Von hier aus zogen sie zur Untermiete in ein sogenanntes Judenhaus auf der Graf-Recke-Straße 21. Im August 1941 beantragte Helmuts Vater Reisepässe für die Familie, um aus dem Deutschen Reich ausreisen zu können. Eine rechtzeitige Emigration der Familie gelang jedoch nicht.

Nur wenige Monate später wurden der 22-jährige Helmut und seine Eltern am 11. Dezember 1941 von Düsseldorf aus in das Ghetto Riga deportiert. Auf der Deportationsliste vom 11. Dezember 1941 wurde Helmut als Lehrling aufgeführt. Helmuts Vater Salli Blech verstarb am 20. September 1942 im Zentrallazarett des Ghettos an einem Herz- und Blasenleiden. Für Helmut und seine Mutter Helene sind aus dem Ghetto keine Dokumente und Informationen überliefert. Sie haben nicht überlebt.

Autorin: Frederike Krenz, Förderkreis der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf