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Gedenkbuch

Heymann, Marta

geb. Oppler

Marta Oppler wurde am 19. November 1880 in Katscher in Schlesien geboren. Sie hatte noch einen drei Jahre älteren Bruder, Ernst Oppler. Ihr Bruder Ernst Oppler unterhielt seit 1908 ein Kinderwarengeschäft „Kurz- und Spielwaren-Großhandlung, Kinderwagen“ in der Worringer Straße 78 in Düsseldorf. 1910 war in der Oststraße 111 ein unter ihrem Namen fingierendes Galanterie- und Spielwarengeschäft. Unter Marta Opplers Namen wurde später ein Geschäft für Lederwaren und Reiseartikel auf der Friedrichstraße 2 eröffnet. 

Marta Oppler heiratete am 21. September 1913 den Kaufmann Hermann Heymann aus Norden. Am 3. September 1914 wurde ihr erster Sohn Ludwig in Düsseldorf geboren, am 22. August 1916 folgte der zweite Sohn Heinz. Nach der Hochzeit wurde ihr Mann Inhaber des Geschäfts in der Friedrichstraße, was unter Martas Geburtsnamen weitergeführt wurde. Marta Heymann wohnte mit ihrem Mann und den beiden Söhnen Heinz und Ludwig zunächst in der Neustraße 16. 1931 musste ihr Mann im Zuge der allgemeinen Weltwirtschaftskrise den Konkurs des Geschäfts in der Friedrichstraße abwenden.

Ab dem 12. April 1937 wohnte die Familie in der Schützenstraße 36. Marta Opplers Geschäft in der Klosterstraße 33 musste am 1. Oktober 1937 Konkurs anmelden. Das Amtsgericht Düsseldorf zeigte den Konkurs im Amtsblatt für den Regierungsbezirk Düsseldorf in der Nummer 42 des Jahrgangs 1937 öffentlich an.
In der Pogromnacht 1938 wurde Marta Heymann und ihre Familie in ihrer Wohnung überfallen. Alles wurde zerstört und flog auf die Straße, Schmuck wurde geplündert. Ihre Söhne konnten 1939 nach Großbritannien flüchten. Die eigene Emigration aus Deutschland gelang nicht mehr rechtzeitig.  

Marta Heymann wurde mit ihrem Ehemann am 27. Oktober 1941 ins Ghetto von Litzmannstadt/Łódź deportiert. Am 8. Dezember 1941 und am 1. Januar 1942 versuchte sie mit ihrem Mann jeweils, eine Postkarte an Grete Oppler, ihre Mutter (?), zu schicken. Er berichtete einerseits, dass es ihm und seiner Frau gesundheitlich gut gehe, andererseits bat er aber dringend um Geldsendungen. Die Postkarten wurden allerdings beschlagnahmt und kamen nie an.

Zusammen mit ihrem Mann wurde Marta Heymann am 6. Mai 1942 mit dem III. „Aussiedlungstransport“ ehemals reichsdeutscher Juden aus dem Ghetto von Litzmannstadt/Łódź in das Vernichtungslager Chełmno gebracht und dort am nächsten Tag ermordet.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf